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Cyber-Attacke legt Neusser Klinik lahm

Von: red/dpa
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Das Lukaskrankenhaus der Städtischen Kliniken in Neuss war eines der Krankenhäuser die den Hackern zum Opfer fielen. Nach dem Angriff musste das Computernetzwerk der Klinik heruntergefahren werden, Operationen wurden verschoben. Foto: Marius Becker/dpa

Neuss. Ein Computer-Virus hat seit dem Mittwochmorgen das Lukaskrankenhaus in Neuss lahmgelegt. Die IT-Abteilung der Klinik entdeckte den Virus, daraufhin wurde umgehend ein Krisenstab gebildet der beschloss, aus Sicherheitsgründen das gesamte IT-System herunterzufahren.

In dem Krankenhaus befanden sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 400 Patienten. 15 große Operationen wurden abgesagt, „um kein Risiko für die Patienten einzugehen“, erklärte Sprecher Andreas Kremer. Das ambulante OP-Zentrum wurde geschlossen. Der Angriff war kein Einzelfall in Nordrhein-Westfalen. Fast zeitgleich wurden Kliniken in Mönchengladbach, Essen, Kleve und zwei weitere im Raum Köln lahmgelegt. Diese Häuser wollten im Gegensatz zum Lukaskrankenhaus aber nicht mit dieser Information an die Öffentlichkeit gehen. Das Lukaskrankenhaus bekommt derzeit rund um die Uhr Unterstützung von IT-Experten aus Frankfurt und London.

Alle IT-Systeme seien mittlerweile heruntergefahren worden. Im Krankenhaus in Neuss werde nun wie vor 15 Jahren gearbeitet, es werde gedruckt und gefaxt, Befunde würden mit Boten übermittelt.

„Etwa 15 Prozent der Operationen haben nicht stattgefunden”, sagte die Sprecherin. Die Versorgung der Patienten sei aber nie gefährdet gewesen.

Am Donnerstagabend hat zudem das Landeskriminalamt die Ermittlungen aufgenommen. „Sämtliche Computer liefen langsamer, und es gab immer wieder Fehlermeldungen“, schildert Kremer die Folgen des Cyber-Angriffs. Ausgelöst wurde er offenbar von einem verseuchten Anhang in einer E-Mail. „Wir können die Patientendaten nicht sehen, und um diese sensiblen Informationen zu schützen, haben wir uns für das Herunterfahren entschlossen“, sagte Kremer.

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