Aachen - „Costa Concordia”: Erste Entschädigungen ausgezahlt

„Costa Concordia”: Erste Entschädigungen ausgezahlt

Von: Christoph Velten
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Noch sind nicht alle Opfer geb
Noch sind nicht alle Opfer geborgen, und auch der Treibstoff ist noch in den Tanks der „Costa Concordia”: Doch Passagiere und Reederei ringen um den Alltag - und damit auch um die Frage nach einer angemessenen Entschädigung. Foto: dpa

Aachen. Nach der Havarie der „Costa Concordia” vor der Insel Giglio sind die ersten Entschädigungszahlungen überwiesen worden. Wie der Kreuzfahrtpassagier Patrick Gottschalk, 41, aus Titz bei Jülich am Dienstag gegenüber unserer Zeitung sagte, hätten zwei seiner Mitreisenden aus Köln die von der Reederei Costa Corciere angebotene Entschädigung in Höhe von 11.000 Euro erhalten.

Die Briefe mit den Angeboten, so bestätigte uns Ralph Steffen, Sprecher der Reederei, Dienstag auf Anfrage, seien vor genau einer Woche rausgegangen. Die Passagiere hätten nach Eingang des Schreibens zehn Tage Zeit, dem Angebot zuzustimmen. Danach werde das Geld umgehend ausgezahlt. Wer die Summe annimmt, tritt damit das Recht ab, etwaige zusätzliche Entschädigungen einzuklagen.

Für den Aachener Rechtsanwalt Detlev Maschler ist das Angebot annehmbar. Auch weil der Rechtsfrieden ein hohes Gut sei. Trotzdem, wer klagen will, für den sei sicher auch mehr drin, sagt Maschler. Die Schuldfrage sei relativ eindeutig zu beantworten. „Nur muss den Klägern klar sein, dass ein Prozess Geduld und finanzielle Mittel benötige.”

Patrick Gottschalk aus Titz will das Angebot der Reederei jedenfalls nicht annehmen. Die Enttäuschung sitzt zu tief. Darüber, dass er so lange nichts von Costa Corciere gehört hat - „außer Absichtserklärungen über die Medien”. Darüber, dass man ihn beim Verlassen des Kreuzfahrtschiffs derart im Stich gelassen hat - „wir haben uns selbst retten müssen”. Und vor allem darüber, wie der Kapitän sich nach der Havarie verhalten hat - „wie konnte er nur das Schiff so frühzeitig verlassen”. Patrick Gottschalk will klagen. Auch wenn das ein langer Weg wird. „So leicht dürfen die nicht davonkommen”, sagt er.

Der Kapitän bleibt unter Hausarrest

Francesco Schettino, der Kapitän der „Costa Concordia”, bleibt unter Hausarrest. Das entschied am Dienstag ein Gericht in Florenz und erteilte damit sowohl einem Antrag der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung eine Absage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine erneute Untersuchungshaft für Schettino beantragt, die Verteidigung wollte seine Freilassung erwirken. Über seine Anwälte teilte Schettino nach der Verhandlung mit, er sei nun „beruhigter” und schlug vor, „gelassener” darüber zu sprechen, was „genau” geschehen sei.

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