Ostfildern - Conterganopfer wollen Forderungen effektiver durchsetzen

Conterganopfer wollen Forderungen effektiver durchsetzen

Von: dapd
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Das Schlafmittel Contergan, das 1957 auf den Markt kam und Missbildungen bei Neugeborenen verursachte. Mehrere Conterganopfer-Verbände haben zum Jahreswechsel eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um ihre Forderungen nach zivilrechtlichen Entschädigungszahlungen durchzusetzen.

Ostfildern. Mehrere Conterganopfer-Verbände haben zum Jahreswechsel eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, um ihre Forderungen nach zivilrechtlichen Entschädigungszahlungen effektiver durchsetzen zu können.

„Wir sind uns einig, dass wir keinen Keil mehr zwischen uns treiben lassen”, hieß es in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. „Wir wollen laut werden”, sagte Christian Stürmer, Vorsitzender des Contergannetzwerkes Deutschland (CND) in Ostfildern.

Die neue Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „Conterganopfer-Aufbruch 2011” vertritt den Angaben zufolge rund zwei Drittel der in Deutschland lebenden 2700 Conterganopfer. Der Arbeitsgemeinschaft gehören der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer (BCG), das Contergannetzwerk, die Internationale Contergan und Thalidomid Allianz (I.C.T.A.) und der Untersuchungsausschuss Conterganverbrechen (U.A.C.) an.

Geschädigte leiden immer noch an den Folgen

Der Contergan-Skandal war einer der größten Arzneimittelskandale in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Firma Grünenthal hatte das Beruhigungsmittel Contergan im Oktober 1957 auf den Markt gebracht. Das Medikament verursachte Missbildungen bei Neugeborenen. Im November 1961 wurde das Schlafmittel vom Markt genommen.

Die neue Arbeitsgemeinschaft fordert, dass die Grünenthal-Eigentümerfamilie Wirtz mit ihrem gesamten Firmenkonsortium und die Bundesrepublik Deutschland in Gesamtschuldnerhaftung so Schadensersatz leisten sollen, wie dies unter normalen zivilrechtlichen Haftungsmaßstäben üblich sei. Das bedeute „einen vollständigen Ausgleich aller Schäden”.

Dazu gehöre der Erwerbsschaden in Form des Verlusts an Einkommen und dadurch bedingte Einbußen bei der Rente, ein Ausgleich für die erlittenen Gesundheitsschäden sowie ein entsprechendes Schmerzensgeld. Die bisherigen Renten- und Sonderzahlungen reichten „bei weitem nicht aus, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen”, sagte Stürmer.
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