„Concentra“ übernimmt „Dagblad De Limburger“ und „Limburgs Dagblad“

Von: Heiner Hautermans
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Hasselt. Es hat geklappt: Die beiden Regionalzeitungen „Dagblad De Limburger“ und „Limburgs Dagblad“ werden an den Verlag „Concentra“ mit Sitz in Hasselt verkauft.

Für diese Transaktion hatten sich die Journalisten und Mitarbeiter der inhaltsgleichen Blätter aus Südlimburg vehement eingesetzt. Im Dezember 2013 hatten sie den Zeitungen gar ein ungewohntes Outfit verpasst.

Statt des gewohnten Titels wurde den rund 170.000 Abonnenten ein Deckblatt mit rot-schwarzen Lettern und einem aggressiven Löwen, dem limburgischen Wappentier, auf weißem Grund präsentiert: „Stop de Moord op het Limburgse Woord“ (Stoppt den Mord am limburgischen Wort). Die Aktion hatte große Unterstützung aus Politik, Wirtschaft, der Gesellschaft und den Abonennten bekommen.

Hintergrund der Aktion war eine Auseinandersetzung mit dem Eigentümer der beiden Blätter, der Mecom-Gruppe mit Sitz in London, die als Heuschrecke verschrien ist und sich unter anderem an Medienhäusern in den Niederlanden, Norwegen, Dänemark, Polen und der Ukraine beteiligte.

Die Absicht, durch Konzentration ein profitables Zeitungsimperium zu errichten, scheiterte jedoch, weil viele Titel, darunter 2006 die beiden limburgischen Zeitungen, zu hohen Preisen erworben worden waren, für die beiden südlimburgischen Zeitungen wurde eine Summe von 200 Millionen Euro genannt. Mecom wollte viele Zeitungen wieder loswerden, die Hasselter zeigten auch Interesse, aber für viel weniger Geld.

Als der Vertrag Ende 2013 vorlag, machten die Londoner einen Rückzieher, ihnen erschien die gebotene Summe zu gering. Daraufhin starteten die Zeitungsleute ihre Protestaktion, die jetzt zum gewünschten Ergebnis führt: „Concentra“ mit der Zeitung „Het Belang von Limburg“ wird der neue Eigentümer, dafür zahlen die Belgier 58 Millionen Euro, beteiligen Mecom an eventuellen Gewinnen der nächsten drei Jahre und an Veräußerungserlösen der Druckereien in Heerlen und Kelpen-Oler. Weil der Hasselter Verlag für die Transaktion Kredite aufnehmen muss, wird es für die wirtschaftlich gesunde Media Groep Limburg schwerer, Geld zu verdienen. Für einen Kredit in Höhe von 2,5 Millionen Euro übernimmt die Provinz Limburg eine Bürgschaft, die politisch durchaus umstritten war und erst eine Mehrheit fand, als sich linke Parteien dafür einsetzten.

Einen Wermutstropfen gibt es: Die Druckereien müssen geschlossen werden, einige Dutzend Arbeitsplätze fallen weg. Die beiden niederländischen Zeitungen werden in Paal-Beringen und in Gennep gedruckt. Dennoch herrscht am Hauptsitz in Sittard Erleichterung vor. Zum Vollzug hat man übrigens noch einmal das Deckblatt geändert. Auf dem Titel steht nun: (Bedankt! Voor uw steun! Danke für Ihre Unterstützung).

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