Coldplay überraschen bei Exklusiv-Konzert

Von: Mark Ludwig, dpa
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Coldplay Köln
Der Sänger Chris Martin (l) und Gitarrist Jonny Buckland von der Band Coldplay stehen am Mittwoch (02.11.2011) bei einem Konzert im "E-Werk" in Köln auf der Bühne. Für das exklusive Radiokonzert der britischen Pop-Rock-Band wurden die Eintrittskarten nur an Radiohörer vergeben und nicht frei gehandelt. Foto: dpa

Köln. Eigentlich sind die Zeiten, in denen man Coldplay noch in kleinen Clubkonzerten erleben konnte, längst Vergangenheit. Mit etwas Glück jedoch konnte man die britische Band, die mittlerweile die ganz großen Stadien füllt, am Mittwochabend noch einmal in intim-entspannter Atmosphäre erleben.

Vor rund 1500 Zuhörern präsentierten Sänger Chris Martin und seine Band im Kölner E-Werk ein exklusives Radiokonzert, das europaweit von 28 Sendern übertragen wurde.

Die Fans, die die Karten zumeist in Gewinnspielen erhalten hatten, erlebten eine gut aufgelegte Band, die nicht nur Songs der neuen Scheibe „Mylo Xyloto” präsentierte, sondern zur Freude der begeisterten Zuhörer auch jede Menge alter Hits auspackte. Von „Yellow”, dem großen Hit ihres Debütalbums „Parachutes”, über die Stadion-Hymne „Viva la Vida” bis hin zum zart dahingehauchten „Fix You” - das Liveset wirkte wie ein Destillat ihres Schaffens und machte einmal mehr deutlich, über welch große Dichte an großen Songs die Britpopper mittlerweile verfügen.

Die Songs des neuen, etwas experimentierfreudigeren Albums „Mylo Xyloto” reihten sich hierbei erstaunlich gut in die Reihe der großen Hits der vergangenen Jahre ein. Bei „Paradise” oder dem in der Zugabe gespielten aktuellen Hit „Every Teardrop is a Waterfall” gingen die Fans bereits ähnlich intensiv mit wie bei den alten Nummern. Offenbar kann Coldplay mit dem mittlerweile fünften Studioalbum an die alten Erfolge anschließen. Hierfür spricht auch, dass die neue CD schon kurz nach der Veröffentlichung den ersten Platz der deutschen Alben-Charts eingenommen hat.

Zur insgesamt guten Atmosphäre trug sicher auch der sympathische Auftritt der Band bei. Immer wieder tanzte Sänger Chris Martin gut gelaunt über die Bühne, selbst bei seinen Einlagen am Klavier war er kaum auf seinem Platz zu halten. Dass er nur selten zum Publikum sprach, störte dabei nicht. Man wolle schlicht Spaß an der Musik haben, mehr nicht, verkündete der mit der Schauspielerin Gwyneth Paltrow verheiratete Popstar zu Beginn der Show.

Dass die erfolgsverwöhnten Briten die Lust an der Musik noch nicht verloren haben, nahm man ihnen an dem außergewöhnlichen Konzertabend tatsächlich ab. Gerahmt von einer bunten Lasershow und vor einem im Graffiti-Look der neuen Platte gestalteten Hintergrund überraschten Chris Martin, Jonny Buckland, Will Champion und Guy Berryman immer wieder mit neuen Varianten ihrer Songs.

Das schöne „Fix You” wurde mit einer Anspielung auf den Amy Winehouse-Hit „Rehab” eingeleitet, der Kracher „Speed of Sound” erklang zunächst in balladeskem Gewand und beim sehr rockig dargebotenen „Violet Hill” zeigte Martin so viel Einsatz, dass er sich im Anschluss fast schon entschuldigend mit einem „Seid ihr okay?” an die Fans wandte.

Coldplays Konzert war sicher mehr als nur eine solide Show - und damit ein gelungenes Appetithäppchen auf die große Europa-Tournee, bei der die Briten noch einmal in Köln (15. Dezember, Lanxess Arena) sowie in Frankfurt (20. Dezember, Festhalle) und Berlin (21. Dezember, O2 World Arena) zu erleben sein werden. Dann allerdings vor einer deutlich größeren Zuschauerkulisse.
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