Chronologie: Der Ausbruch von Aachen und die wilde Verfolgungsjagd

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dem spektakulären Gefängnis-Ausbruch von Aachen folgte eine wilde Verfolgungsjagd nach den Schwerverbrechern Michael Heckhoff (50) und Peter Paul Michalski (46).

Das Protokoll von Donnerstag bis Sonntag:

Donnerstag, 26. November


20.00 Uhr: Justizvollzugsanstalt Aachen. Bei der Rückkehr von einer Kontrollfahrt wird ein Gefängniswärter an der Außenschleuse von hinten angegriffen und überwältigt.

20.20 Uhr: Zwei Vollzugsbeamte sind verwundert, dass ihnen niemand die Schleuse öffnet. In der Pforte sitzt ein völlig apathisch wirkender Kollege. Die Beamten schlagen Alarm.

20.25 Uhr: Die Polizei trifft am Gefängnis ein. Die Ausbrecher sind schon mit einem Taxi verschwunden.

22.30 Uhr: Die Gewaltverbrecher kommen mit einem zweiten Taxi am Kölner Hauptbahnhof an, nachdem sie zuvor in Kerpen umgestiegen sind. Hier verliert sich ihre Spur.

23.10 Uhr: Beamte des NRW-Justizministeriums treffen am Gefängnis ein, um den Ausbruch zu untersuchen. In der Nacht wird die Kölner Innenstadt zeitweise abgesperrt. Eine Großfahndung läuft.

Freitag, 27. November


13.30 Uhr: Ein Gefängniswärter wird festgenommen. Er soll den beiden Schwerverbrechern bei ihrer Flucht geholfen haben.

14.00 Uhr: NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) informiert die Öffentlichkeit über die Vorgänge. Die Fahndung läuft auf Hochtouren.

nachmittags: Die Suche konzentriert sich zunächst auf Köln und Umgebung, dann auf den Süden Essens. Die beiden Verbrecher zwingen eine 19-jährige Schülerin, sie mit ihrem Wagen nach Essen zu fahren. Auf der Ruhrbrücke im Essener Stadtteil Kettwig ist der Tank leer. Die beiden flüchten zu Fuß weiter.

Samstag, 28. November

seit 00.00 Uhr: Fortsetzung der Großfahndung mit Hubschraubern, Hunden und Wärmebildkameras.

gegen 8.00 Uhr: In Essen-Werden dringen die Verbrecher in das Haus eines Ehepaars ein. Mit Schusswaffen zwingen sie die Eheleute, ruhigzubleiben. Michalski und Heckhoff bleiben nach Polizeiangaben bis zum Einbruch der Dunkelheit in dem Haus, essen, trinken, sehen fern, duschen. Einer der Gangster schläft ein paar Stunden.

gegen 17.30 Uhr: Die Verbrecher lassen sich von dem Mann (56) und seiner Frau (53) in deren BMW nach Mülheim fahren. Sie setzen das Ehepaar dort etwa eine Stunde später ab und fahren weiter. Die Eheleute bleiben unverletzt.

abends: Die Polizei leitet eine Großfahndung nach dem schwarzen BMW der 5-Reihe ein. Erneut warnt sie vor der Gefährlichkeit der Täter. Es wird auch eine sogenannte Grenzfahndung ausgelöst, um eine Flucht der beiden Verbrecher nach Belgien oder in die Niederlande zu verhindern.

Sonntag, 29. November

10.15 Uhr: Das Fluchtfahrzeug wird in einer Seitenstraße in Mülheim- Ruhr entdeckt.

11.03 Uhr: Michael Heckhoff wird in unmittelbarer Nähe von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen.

nachmittags: Ein Mann wird mit Peter Paul Michalski verwechselt, er wird aber nicht festgenommen, sondern überprüft. Dabei stellt sich heraus, dass es sich „definitiv nicht” um Michalski handelt.

Montag, 30. November

0.00 Uhr: SEK-Polizisten finden in einem Hochhaus in Mülheim eine Tasche mit Wäsche der beiden Ausbrecher. Dass sie sich dort aufhielten, ist klar, aber nicht wann.

6.18 Uhr: Bei der landesweiten Suche sieht die Polizei einen neuen Schwerpunkt im Großraum Bielefeld, in dem sich Michalski gut auskennt.

Gegen 9.00 Uhr: Der Einsatz in Bielefeld wird nach weiteren Hinweisen von Bürgern verstärkt, mehrere Hundertschaften sind beteiligt.

abends: Zeugen sagen der Polizei, dass sie Michalski mit einer Waffe
in Gütersloh gesehen haben.

Dienstag, 1. Dezember

morgens: Spezialeinsatzkräfte schnappen Michalski in Schermbeck am
Niederrhein. Er ist bei der Festnahme bewaffnet. Nach Polizeiangaben
wird niemand verletzt.

Die Homepage wurde aktualisiert