CHIO-Start: 358.310.400 Grashalme und eine schwedische Königin

Von: Stefan Herrmann
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Freut sich, dass es bald wieder auf „Aachens heiligem Rasen“ losgeht: Turnierdirektor Frank Kemperman.

Aachen. Königinnen bitte nur links aussteigen: Der Teufel liegt im Detail. Erst recht, wenn Pferde und Hoheiten im Spiel sind. CHIO-Protokollchefin Gina Trojan kann davon ein Liedchen trällern. In einer Woche startet nach dem EM-Zwischenspiel im Vorjahr das Weltfest des Pferdesports wieder in gewohntem Rahmen durch. Der „Tschio“, wie die Aachener „ihr“ Turnier liebevoll nennen, freut sich in diesem Jahr auf einen besonderen blaublütigen Gast: Königin Silvia von Schweden reist am Montag, 11. Juli, von Stockholm nach Aachen, um den CHIO tagsdrauf offiziell zu eröffnen.

Und da kommen Trojan und ihre Protokollkollegen ins Spiel. Denn es gibt eine Regel, die Uwe Brandt, seines Zeichens Regisseur der Eröffnungsfeier am Dienstagabend, zu einigen Änderungen im Drehbuch zwang. Denn – darauf ist im Vorfeld keiner gekommen – eine schwedische Königin darf nur durch die linke Tür ihre Kutsche verlassen. Und damit rollt Ihre Majestät eben nun mal im Springstadion vor. Also links. So steht‘s im Protokoll. Gina Trojan hat‘s Uwe Brandt gesagt, der den Fahrtweg der Kutsche kurzerhand geändert hat. Kleine und große Probleme lösen gehört eben dazu.

Der Countdown läuft. Vom 8. bis zum 17. Juli mutiert Aachen wieder zum Reitsportmekka. Noch dominieren Handwerker und Lkw-Fahrer das Bild in der Soers, damit bald 350 000 Besucher entspannt über das Turniergelände des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) schlendern können. Grund genug, dass Turnierdirektor Frank Kemperman Einblicke in den Stand der Vorbereitung gewährt.

Der CHIO in Zahlen: „Think big“ lautet das amerikanische Lebensmotto. Ein Spruch wie gemacht für den CHIO. Beispiele gefällig? Erstmals hat man genau nachgezählt: Nach einer „seriösen Erhebung“ (CHIO-Pressesprecher Niels Knippertz) wachsen 358.310.400 Grashalme im Soerser Springstadion. Preisgelder in Höhe von 2,7 Millionen Euro werden an 350 Reiter, Fahrer und Voltigierer aus 30 Nationen ausgeschüttet. 550 Turnierpferde plus 400 weitere für das Show- und Rahmenprogramm kommen zum Einsatz. 22.000 Quadratmeter Teppich werden ausgelegt, damit der gemeine Gast wie auch der hohe Staatsbesuch federnden Fußes von A nach B kommt. Die Zeltfläche – 230 weiße Pavillons recken ihre Spitzdächer in den Himmel – beträgt 23.000 Quadratmeter.

Der CHIO und seine Partner: In diesem Jahr ist da zuvorderst natürlich Schweden zu nennen – das Partnerland. Im eigenen Pavillon präsentiert sich der skandinavische Staat unter anderem mit Ausstellungsstücken aus dem Abba-Museum. Darüber hinaus gehören viele der 200 Aussteller im CHIO-Village längst zum festen Inventar des Reitturniers. Sie kommen aus Aachen und der Region ebenso wie aus den USA oder Chile. Damit alles pünktlich aufgebaut ist, karren seit vier Wochen jeden Tag vier bis fünf Sattelschlepper Material ran.

Der CHIO und die Sicherheit: Die Angst vor Terroranschlägen hat weltweit erhöhte Sicherheitsvorkehrungen bei Großveranstaltungen zur Folge. Der CHIO 2016 bildet da keine Ausnahme. Man sei generell seit Jahren in Sachen Sicherheit in Kooperation mit den Partnern bei Polizei, Feuerwehr und Stadt gut aufgestellt, betont Frank Kemperman. Trotzdem müssten Besucher in diesem Jahr mit strengeren Kontrollen an den Eingängen rechnen. Mindestens stichprobenartig werden vor allem Taschen und Rucksäcke genauer unter die Lupe genommen. Generell gelte das Reitturnier aber nicht als eine besonders hoch eingestufte Risikoveranstaltung.

Die Sache mit dem speziellen Sessel: Ehrenloge, erste Reihe, vierter Sessel von links. Genau dort wird Schwedens Königin Silvia am Dienstagabend Platz nehmen. Ein Problem muss bis dahin im wahren Wortsinn noch beseitigt werden. Denn eine Taube hat im Vorbeiflug genau auf der königlichen Rückenlehne ihre „Hinterlassenschaft“ platziert. „Das bekommen wir noch weggewischt“, verspricht Kemperman lachend, dass dieses teuflische Detail bis zur Eröffnungszeremonie noch verschwindet. Apropos Verschwinden: Königin Silvia macht bereits Mittwochmorgen den Abflug. Verständlicherweise. Schließlich feiert ihre Tochter, Kronprinzessin Victoria, an diesem Tag Geburtstag.

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