Aachen/Warendorf - CHIO-Quoten: Viele Zuschauer für noch mehr tolle TV-Bilder

CHIO-Quoten: Viele Zuschauer für noch mehr tolle TV-Bilder

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Die Eröffnungsfeier am Dienstagabend verfolgten fast 600.000 Menschen am Fernseher. Foto: dpa

Aachen/Warendorf. Wer vergangene Woche die Fernsehbilder aus Aachen gesehen hat, könnte festgestellt haben, dass im deutschen Fernsehen noch nie zuvor derart spektakuläre Bilder von einem Reitturnier zu sehen waren.

Die fliegende Kamera im Springstadion, die Handkameras auf den Tribünen, die vielen Kameras am Samstag im Gelände haben dem Zuschauer einen plastischen Eindruck davon vermittelt, was für ein Erlebnis der Besuch beim CHIO ist. Und zu dieser Feststellung passt, dass am Sonntagnachmittag mehr Menschen den Großen Preis von Aachen als das Finale der Tour de France geschaut haben. Für CHIO-Vermarkter Michael Mronz eine Überraschung, er sagt: „Damit habe ich nicht gerechnet.“

Die Einschaltquoten während der CHIO-Woche sind seit einigen Jahren relativ konstant, im Durchschnitt schauten beim WDR pro Übertragung 410.000 Menschen zu, beim Großen Preis in der ARD fast 1,6 Millionen. Den Nationenpreis am Donnerstagabend verfolgten 780.000 Menschen, selbst die Eröffnungsfeier am Dienstagabend fast 600.000. „Die Reichweite lag leicht über dem Durchschnitt für das WDR-Fernsehen. Das kann sich sehen lassen“, sagte WDR-Sprecher Uwe-Jens Lindner am Montag.

Dass sich nicht noch mehr Zuschauer für die großartigen Bilder vom CHIO begeistern lassen, könnte auch daran liegen, dass es außerhalb Aachens zunehmend schwerer fällt, besonders das Springreiten zuschauergerecht zu vermarkten und den Reitsport so telegener zu machen.

Eine Vielzahl von Serien macht es selbst den Reitern schwer, den Durchblick zu behalten. Es gibt die Riders Tour, die Global Champions Tour, das Masters, den Grand Slam, Championate und weiß der Himmel nicht was noch für Formate. Reitsportaffinen Zuschauern, die aber keine wirklichen Experten sind, fällt es deswegen schwer zu begreifen, welches Turnier zu welcher Serie gehört und was wie zusammenhängt.

Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, räumte am Montag „eine fehlende Trennschärfe“ ein. „Aber der Weltverband lässt es eben zu, dass etablierte Serien und Turniere miteinander konkurrieren.“

CHIO-Vermarkter Mronz ist darüber nicht besonders glücklich und würde sich wünschen, dass es in Deutschland „mehr wirklich gute Reitturniere gibt, deren Veranstalter in ihr Produkt investieren“. Das würde auch dem CHIO helfen. Der Weltverband FEI täte gut daran, „klare Strukturen“ zu schaffen, die dem Zuschauer bei „einer qualitativen Zuordnung“ der Reitturniere helfen. Dass die FEI im Moment 60 bis 65 Turniere in der höchsten Kategorie einordnet, verwirre mehr als dass es Klarheit bringe.

Ginge es nach Mronz, würden die vier bis fünf wichtigsten Turniere als Grand Slams kategorisiert, ähnlich wie beim Tennis. Darunter kämen die Turniere der Global Champions Tour als eine Art Champions League.

Lauterbach hingegen ist froh, dass es überhaupt verschiedenen Serien gibt. Schon weil sie den weltbesten Reitern, deren Sportbetrieb bis zu 100.000 Euro pro Monat koste, ein Auskommen garantieren. „Es wäre schön, wenn alles einfach wäre“, sagt Lauterbach, „aber unser Sport passt nun einmal nicht in ein Liga-System.“

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