Düsseldorf - Chefarzt unter Korruptionsverdacht vor Gericht

Chefarzt unter Korruptionsverdacht vor Gericht

Von: dpa
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Düsseldorf. Ein unter Korruptionsverdacht stehender Chefarzt ist vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht gegen seine fristlose Kündigung vorgegangen.

Die Betreiberin einer Klinik in Meerbusch bei Düsseldorf hatte den 56-Jährigen bei Bekanntwerden der Korruptionsvorwürfe im vergangenen Dezember entlassen.

Das Arbeitsgericht unterbreitete den Parteien am Mittwoch einen Vergleichsvorschlag: Der Mediziner soll noch bis Juni sein Grundgehalt von 10.000 Euro im Monat bekommen. Eine Abfindung in Höhe von 118.000 Euro soll nur fällig werden, wenn der Arzt im Strafprozess vom Stuttgarter Landgericht freigesprochen wird. Beide Seiten wollen den Vorschlag nun prüfen.

Dafür haben sie jetzt bis zum 20. April Zeit. Sollten sich Klinik und Chefarzt nicht einigen können, will das Arbeitsgericht den Fall am 11. Mai entscheiden. Richter Michael Gotthardt begründete seinen Vorschlag mit dem Beschleunigungsgebot, das im Arbeitsrecht gelte. „Wir können daher nicht den Ausgang des laufenden Strafprozesses abwarten.”

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft dem Mediziner vor, er habe Ende der 1990er Jahre gemeinsam mit einem Ex-Geschäftsführer einem Unternehmer vom Bodensee den Zuschlag für den 35 Millionen Euro teuren Neubau der Klinik in Meerbusch zugeschanzt. Dafür soll der Chefarzt umgerechnet 1,5 Millionen Euro kassiert haben. Laut Anklage flossen bereits 1996 und 1997 Zahlungen in Höhe von 950.000 Euro, die als Darlehen getarnt waren.

Seit Ende Januar müssen sich der Chefarzt und mehrere Mitangeklagte deshalb vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Der 56-Jährige bestreitet nicht, damals Gelder erhalten zu haben. Seinen Angaben zufolge habe es sich allerdings nur um Darlehen und Beratungshonorare gehandelt.

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