Chancen auf neuen ICE-Halt steigen

Von: Gerald Eimer
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Der ICE-Bahnsteig muss für die neue Verbindung nach London bis 2013 zum Sicherheitsbereich umgebaut werden. Noch ist die Finanzierung ungeklärt, doch Stadt und AVV sehen jetzt Chancen für einen weitergehenden Umbau, für den es Fördermittel geben soll. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Chancen, den ICE-Halt in Aachen zu sichern, sind offenbar deutlich gestiegen. Nach drei Verhandlungsrunden mit Vertretern der Deutschen Bahn äußert sich Hans Joachim Sistenich, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbunds (AVV), vorsichtig optimistisch: „Es gibt mehr als einen Funken Hoffnung”.

Nun sollen Fördermöglichkeiten ermittelt werden, um den Hauptbahnhof ICE-tauglich umzurüsten.

Für alle Beteiligten ist die Zeit äußerst knapp: Bekanntlich soll die neue ICE-Verbindung zwischen Frankfurt und London bereits ab 2013 verkehren. Wegen der Tunneldurchquerung und der Angst vor möglichen Anschlägen sind jedoch in den jeweiligen Haltebahnhöfen strenge Sicherheitsvorschriften zu erfüllen.

Damit Aachen weiterhin ICE-Haltepunkt bleiben kann, muss im Hauptbahnhof eine Sicherheitszone eingerichtet werden, die mit den Check-Ins in Flughäfen vergleichbar ist - einschließlich einer abgetrennten Wartezone, strenger Gepäck und Fahrgastkontrollen und einem gesicherten Zugang zu den ICE-Gleisen 8 und 9.

Der Bahn erscheint ein derartiger Umbau in Aachen unwirtschaftlich, wie ihre Vertreter in einem ersten Gespräch mit dem Oberbürgermeister darlegten. Sie forderten einen städtischen Beitrag. Die Stadt hält dies wiederum angesichts ihrer Haushaltslage für nicht machbar.

Wie den Politikern im Planungsausschuss am Donnerstag mitgeteilt wurde, konnte inzwischen der AVV einen Ausweg weisen, wonach zugleich ein langgehegter Wunsch der Stadt miterfüllt werden könnte. Gedacht ist an einen förderfähigen Ausbau des Bahnhofs hin zur Kasinostraße. Die Grundidee: Auf der Burtscheider Seite wird ein zweiter Zugang gebaut, wovon nicht nur der Nah- und Regionalverkehr profitieren könnte, sondern zugleich der ICE-Halt zu günstigeren Konditionen mitgebaut werden könnte.

Die dafür nötigen Grundstücke auf der Burtscheider Seite seien bereits im städtischen Besitz, hieß es im Planungsausschuss. Was diese Lösung kostet und welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen, muss nun geprüft werden. Gleich nach Ostern sollen die Verhandlungen mit den entsprechenden Gremien weitergehen, bis Ende Mai müsse eine Lösung gefunden werden, sagt die Planungsdezernentin Gisela Nacken.

Die Politiker befürworten diese Lösung ausdrücklich. Auch die Bahn habe grundsätzliches Interesse an einem ICE-Halt in Aachen - zumal die Züge wegen technischer Umstellungen ohnehin hier stoppen müssen. „Es käme einem Schildbürgerstreich gleich, wenn dann keine Leute einsteigen dürften”, sagt Harald Baal, Vorsitzender im Planungsausschuss.

Auch in Köln muss die Sicherheitszone noch gebaut werden, in Brüssel und Lille sind sie bereits vorhanden. In Aachen ist unter anderem daran gedacht am Bahnsteig 8/9 eine etwa 2,50 Meter hohe Glaswand mit Schiebeelementen aufzubauen. Der Zugang von Burtscheid soll durch eine Brücke bis zur Bahnhofshalle geschaffen werden.

Der aus London kommende ICE kann auch weiterhin ohne Kontrollen bestiegen werden. Ob er allerdings auch in Aachen halten würde, falls die jetzt vorliegenden Pläne für den Sicherheitscheck nicht verwirklicht werden können, ist offen. Im ungünstigsten Fall wäre Aachen vom Hochgeschwindigkeitsnetz abgeschnitten - was eine breite Allianz aus Politik, Wirtschaft und Hochschule verhindern will.
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