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CDU fordert Einbruchsradar für ganz NRW

Von: Madeleine Gullert
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In unserer Region wird es jedenfalls so bald kein Einbruchsradar geben. In Düren, Heinsberg und Aachen setzt man auf die üblichen Polizeimeldungen. Foto: dpa

Aachen/Düsseldorf. Der CDU-Landtagsabgeordnete und Sicherheitsexperte Gregor Golland fordert ein sogenanntes Einbruchsradar für ganz Nordrhein-Westfalen.„Wir brauchen eine Transparenz der bitteren Realität in NRW“, sagt Golland, der als Oppositionspolitiker die rot-grüne Landesregierung harsch angreift.

Das Einbruchsradar soll der Prävention dienen. Es wird seit Juni 2015 in Bochum genutzt, in Hamm und seit Januar auch in Wuppertal, Solingen und Remscheid. Die Polizeibehörden dort informieren die Bürger wöchentlich über alle Einbrüche in der Stadt. Auf einer Landkarte werden die Einbruchsorte markiert.

„Wir wollen das Thema in der Öffentlichkeit präsenter machen“, sagt Hanna Meyerratken, Sprecherin der Wuppertaler Polizei. Man erhoffe sich, dass die Menschen ihre Wohnungen und Häuser einbruchssicher machten. Außerdem setze man auf mehr Hinweise auf Taten aus der Bevölkerung und somit auf eine bessere Aufklärung der Einbrüche.

„Ist ein Einbruchsort markiert, erinnert sich vielleicht jemand an seltsame Vorkommnisse oder Personen an dem Ort“, erklärt die Sprecherin. Bis jetzt können die Polizeibehörden, die ein Radar anbieten, aber noch keine Bilanz ziehen.

Das NRW-Innenministerium beobachtet den Einsatz des Einbruchsradars „mit Interesse“, wie Sprecher Wolfgang Beus auf Anfrage mitteilt. Man warte die Erfahrungen ab. Noch sei es zu früh, um über den geforderten NRW-weiten Einsatz zu entscheiden.

In unserer Region wird es jedenfalls so bald kein Einbruchsradar geben. In Düren, Heinsberg und Aachen setzt man auf die üblichen Polizeimeldungen. „Das ist ausführlicher und genauer als ein Punkt auf einer Karte“, sagt Karl-Heinz Frenken, Sprecher der Polizei Heinsberg. In Düren träten die Taten „versprenkelt“ auf.

Das Radar sei nicht geeignet für die Gegend, sagt eine Sprecherin. Die Polizei in Aachen hat sich vor Jahren dagegen entschieden. „Einmal, um eine nicht zu unterschätzende Stigmatisierung der Ortsteile zu verhindern“, sagt Sprecher Paul Kemen. Zudem seien Haus- und Wohnungseinbrüche auf dem Radar nur Momentaufnahmen, wöchentliche Veröffentlichungen also schon veraltet.

Einbruchszahlen im Land steigen

Die Gewerkschaft der Polizei in NRW befürwortet die Darstellung der Einbrüche. „Wir haben nichts zu verheimlichen“, sagt Sprecher Stephan Hegger. Insbesondere an Orten, an denen sich Einbrüche häuften, sei es ein sinnvolles Instrument, das zu mehr Wachsamkeit führen könne. Damit es weniger Einbrüche gibt, benötige die Polizei dringend mehr Personal.

Tatsächlich stieg die Zahl der Einbrüche zuletzt. Während es 2003 insgesamt 54.943 Einbrüche gab, sollen es 2015 nach Hochrechnungen 65.000 gewesen sein. Genaue Zahlen nennt das Innenministerium im März. Golland erwartet für 2016 einen Anstieg auf 70.000 Einbrüche. Aufgeklärt wird jeder siebte Einbruch, 15 Prozent der Täter werden geschnappt, drei Prozent verurteilt. „Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität hat oberste Priorität, sagt Beus. Die hohen Zahlen seien auf reisende Intensivtäter, meist südosteuropäische Banden, zurückzuführen.

Golland erhofft sich vom Einbruchsradar Druck auf die Landesregierung. „Der Innenminister verwaltet Einbruchskriminalität, anstatt sie zu bekämpfen“, sagt er. Das Risiko, in NRW Opfer eines Einbruchs zu werden, sei fünf Mal höher als in Bayern. Das führt Golland auf die schlechte Ausstattung der NRW-Polizei zurück.

Der CDU-Politiker fordert eine massive Aufstockung des Personals, eine bessere Ausrüstung wie Laptops in den Streifenwagen, eine bessere Informationsvernetzung, aber auch den Einsatz von „Bodycams“ und von „Predictive Policing“, also Programme, die vorhersagen sollen, wann und wo künftig Einbrüche stattfinden.

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