Aachen - Busse legen im Internet an Fahrt zu

Busse legen im Internet an Fahrt zu

Von: Claudia Schweda
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Der nächste Bus kommt in einer Minute: Diese Fahrgastinformation mit sogenannten Ist-Daten, die die Aseag in der Aachener Innenstadt vor Ort bietet, wird ab Sommer im Kreis Heinsberg den Nahverkehrskunden im Internet geboten. Andere AVV-Unternehmen sollen zügig folgen. Foto: Krömer

Aachen. Das Schneechaos am 23. und 24. Dezember 2010 wird in den Verkehrsbetrieben der Region Spuren hinterlassen. „An solchen Tagen hat jeder Verständnis, wenn nicht alles glatt läuft”, sagt Hans Joachim Sistenich.

Aber der Geschäftsführer des Aachener Verkehrs-Verbundes (AVV) stellt unmissverständlich klar: „Es muss schneller gehen, bis wir unsere Kunden über Veränderungen informieren. An der Verfügbarkeit von Infos müssen wir was tun. Das ist die klare Marschrichtung.”

Dass die Euregiobahn schon früh am 23. ihren Betrieb eingestellt hatte, erfuhr nur, wer direkt im Stellwerk anrief. Die Telefonhotlines der Nahverkehrsanbieter selbst waren meist überlastet. Und im Internet gab es teilweise erst nach den Weihnachtsfeiertagen Auskünfte dazu, welche Buslinien überhaupt bedient werden und welche nur eingeschränkt oder mit veränderter Fahrtroute.

Ist mein Bus pünktlich?

Im Gespräch mit den Verbundpartnern Aseag, West Energie, Dürener Kreisbahn (DKB), Rurtalbahn (RTB), Regionalverkehr Euregio (RVE), Taeter und Deutsche Bahn (DB), müsse jetzt erörtert werden, „wie wir da besser werden können”, sagt Sistenich. „Da geht kein Weg dran vorbei.” Verbesserungen sollen schnell greifen, um im Bedarfsfall beim nächsten Schneechaos dieses Winters gerüstet zu sein.

Doch egal, welche Informationen schneller weitergegeben werden, sie müssen bislang den Mitarbeitern an den Hotlines extra mitgeteilt oder von Hand auf der Internet-Homepage eingepflegt werden. Das soll sich bald ändern. Der AVV arbeitet daran, dass Nahverkehrsnutzer alle Veränderungen auf ihren Linien - etwa aufgehobene Haltestellen durch Baustellen, Umleitungen oder Jahrmärkte - im Internet sofort erkennen können.

Diese vorhersehbaren Ereignisse sollen automatisiert erfasst werden. „Wenn der Kunde eine Fahrplanauskunft online abfragt, werden diese Daten dann einfach mitgeliefert”, sagt Birgit Krücken, Sprecherin des AVV. Mit den einmal eingepflegten Daten könnten auf einer unternehmensinternen Seite gleichzeitig die Fahrer über Dienstplan- oder Routenänderungen informiert werden. Das Datenverwaltungssystem dazu sei in Kürze betriebsbereit. In vier Wochen werde es den Verbundunternehmen präsentiert, die bereits Interesse signalisiert hätten. Bis zum Sommer, hofft Krücken, könne dieses Angebot umgesetzt sein.

Zudem arbeitet der AVV intensiv daran, auch den Ist-Zustand im Liniennetz im Internet erkennbar zu machen. Ein Dienst, der besonders für Nutzer von internetfähigen Handys interessant ist. Wer an der Bushaltestelle steht, kann dann auf die Minute genau erfahren, wann der nächste Bus kommt, oder welcher Anschlussbus oder -zug erreicht wird. Dafür muss der aktuelle Stand- oder besser: Fahrort des Busses per GPS geortet werden. Das geschehe für den internen Betriebsablauf bereits in fast allen Unternehmen im AVV, sagt AVV-Fahrplanmanagementexperte Thomas Reincke. Die Aseag nutze ihre GPS-Daten zudem für ihre variablen Anzeigetafeln etwa in der Aachener Innenstadt. In der Region habe nur das Unternehmen Taeter, das Alsdorf und Teile Herzogenraths anfahre, kein solches Betriebsleitsystem.

In spätestens zwei Jahren sollen alle Ist-Daten im Bereich des AVV für die Kunden online verfügbar sein - außer möglicherweise im Bereich von Taeter. Und die Euregiobahn wird komplett erst 2013 zu erfassen sein, wenn alle Stellwerke digitalisiert sind.

Die Menschen im Kreis Heinsberg werden als erste die Vorzüge der überall verfügbaren Ist-Daten kennenlernen. Dort soll das Projekt im zweiten Quartal dieses Jahres starten. Gleichzeitig werden dann auch die regionalen Daten der Deutschen Bahn über das AVV-Angebot abrufbar. RVE und RTB sollen im Laufe des Jahres folgen, DKB im Jahr 2012, Aseag spätestens 2012.

Wer dann im RVE-Bus sitzt, erfährt schnell, ob der Aseag-Anschlussbus Richtung Aachen schon weg ist. „Übrigens wissen bislang auch die Busfahrer verschiedener Unternehmen nicht, ob es sich lohnt, auf den Bus des anderen Unternehmens zu warten”, sagt Reincke. Die Information, ob der Bus nur zwei oder sogar 20 Minuten Verspätung habe, sei über Unternehmensgrenzen hinweg bislang einfach nicht verfügbar.
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