Bus und Bahn: Im Grenzverkehr wird vieles besser

Von: Angela Delonge
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Bahn ICE
Das ICE-Angebot der Bahn soll erweitert werden. Dadurch soll man leichter und schneller in die Nachbarländer Niederlande und Belgien kommen. Symbolbild: dpa

Aachen. Nutzer von Bus und Bahn kommen in Kürze leichter und häufiger in die Nachbarländer Niederlande und Belgien. Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember weitet die Deutsche Bahn ihr ICE-Angebot auf der Strecke Frankfurt-Köln-Aachen-Lüttich-Brüssel deutlich aus.

Der ICE 3 fährt dann insgesamt sechs bis sieben mal pro Tag in beide Richtungen – nahezu im Zwei-Stunden-Takt. Die Fahrt von Aachen nach Brüssel dauert eine Stunde, von Aachen nach Köln 33 Minuten. Ein Halt in Düren ist nicht vorgesehen.

Auch im grenzüberschreitenden Regionalverkehr wird es deutliche Verbesserungen geben: Neu eingerichtet wird die Buslinie 364 von Heinsberg nach Roermond. Die Linie SB 3 Geilenkirchen-Tüddern fährt künftig bis Sittard. Die Buslinie 50 zwischen Aachen und Maastricht wird demnächst die Nummer 350 haben und vom Haltepunkt Hauptbahnhof zusätzlich eine City-Schleife über Elisenbrunnen, Aachen-Bushof und Kaiserplatz mit entsprechenden Haltestellen fahren. Die neue Buslinie 21 dürfte vor allem für Studenten diesseits und jenseits der Grenze interessant sein: Sie führt vom Campus Melaten in Aachen über Vaals und Hoensbroek nach Heerlen.

Die Verbesserungen im Regionalverkehr zwischen der Region und der niederländischen Provinz Limburg werden vor allem deshalb möglich, weil die Deutsche-BahnTochter Arriva dort die Konzession übernommen hat und ab 11. Dezember als Partner des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) den größten Teil des grenzüberschreitenden Verkehrs übernimmt.

Nächste Etappe: Ab Mitte 2018 wird ein durchgehender Schnellzug (RE18) den Pendelverkehr zwischen Heerlen (NL) und Herzogenrath ersetzen. Dann existiert eine durchgehende Verbindung von Aachen über Herzogenrath und Heerlen nach Maastricht, die ab 2020 sogar zweimal pro Stunde angeboten werden soll.

Für „Pro Bahn NRW“ sind dies wichtige Schritte in die richtige Richtung. Lothar Ebbers, Sprecher des Fahrgastverbands, sagt: „Gerade bei den kleinen Verkehren hat es lange mehr Rück- als Fortschritt gegeben.“ Der Fahrgastverband, der sich kürzlich zu einem Symposium zum Thema „grenzüberschreitender ÖPNV“ mit deutschen, niederländischen und belgischen Kollegen in Maastricht traf, macht sich seit Jahren für die Verbesserung des grenzüberschreitenden Angebots stark.

Zu den vielen Problemen gehören vor allem technische wegen der unterschiedlichen Netzspannung in den einzelnen Ländern. So müssen alle Züge, die von Deutschland nach Belgien und in die Niederlande fahren, zunächst die Stromspannung wechseln. Dafür gibt es Stromwechselstellen wie die im Aachener Hauptbahnhof. Doch in Zukunft soll der Stromwechsel mehr und mehr auf die freie Strecke verlegt werden, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt. Für die neuen ICE stelle das kein Problem dar, sagt Ebbers, aber „der Regionalverkehr schaut in die Röhre.“ Denn Züge mit mehreren Stromkreisen sind teuer. „Das bedeutet mehr Kosten und mehr Aufwand für den kleinen Grenzverkehr.“

Eine weitere Baustelle im grenzüberschreitenden Nahverkehr ist die Umstellung der Fahrscheine auf ein einheitliches Tarifsystem. Zurzeit bekommen Fahrgäste tagtäglich zu spüren, was hier noch alles im Argen liegt: Jedes Land hat sein eigenes Tarifsystem, das mit den jeweils anderen nicht kompatibel ist. Auch, was elektronische Tickets angeht, sind die drei Länder unterschiedlich weit, der AVV laut Ebbers liegt da sogar „noch sehr weit zurück“. Doch Besserung ist in Sicht: Arriva erkennt ab 11. Dezember alle im Bereich des AVV gültigen Nahverkehrstarife und das Euregioticket an. Auch beim neuen RE18, der Mitte 2018 kommt, soll der niederländische Bahntarif bis Aachen Hbf gelten und umgekehrt.

Die Zukunft sieht neben Papiertickets flächendeckend grenzüberschreitend lesbare E-Tickets und ein ebensolches Bezahlsystem vor. Ein von der EU gefördertes Projekt unter dem Namen „European Travellers Club“ soll dabei helfen, dass dann der deutsche Tarif bis Heerlen und der niederländische bis Aachen gilt. Ein Pilotversuch mit technisch erweiterten Chipkarten und entsprechendem Bezahlsystem soll Mitte 2017 beginnen.

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