Bus und Bahn im AVV sollen 2,5 Prozent teurer werden

Von: Claudia Schweda
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Fahren mit Bus und Bahn wird teurer: In den Parlamenten der Städteregion Aachen, in Düren und Heinsberg wird über die vom AVV vorgeschlagene Tarifanpassung beraten. Foto: Aseag

Aachen. Bus- und Bahnfahren im Gebiet des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) soll zum 1. Januar erneut um durchschnittlich rund 2,5 Prozent teurer werden. Das ist die vom AVV vorgeschlagene Tarifanpassung, die jetzt in allen kommunalen Parlamenten der Städteregion Aachen und der Kreise Düren und Heinsberg – dem Gebiet des AVV – beraten werden.

Auch zum Januar 2016 hatte die Erhöhung auf diesem Niveau gelegen. Die AVV-Zweckverbandsversammlung wird am 4. Oktober abschließend über die neuen Tarife beraten.

Mehr zahlen sollen vor allem die treuen Kunden im Nahverkehr. Wie schon in den Jahren zuvor ist die vorgeschlagene Preiserhöhung für die Wochen-, Monats- und Jahreskarten am höchsten: Die Zeitkarten sollen durchschnittlich um 3,1 Prozent teurer werden. Eine der deutlichsten Steigerungen soll bei den „School&Fun“-Tickets für Selbstzahler greifen, deren Preis ab dem Schuljahr 2017/2018 um ein Euro oder 3,64 Prozent auf 28,50 Euro erhöht werden soll, nachdem der Preis schon in diesem Jahr um 80 Cent erhöht worden war.

Bei den Seniorenabos, die erst nach 9 Uhr morgens gültig sind, soll vor allem die Karte für zwei, das Aktiv-Duo, mit 4,22 Prozent oder 3,60 Euro deutlich steigen. Seit längerem gibt es eine Debatte darum, vor allem die 9-Uhr-Einschränkung bei diesem Seniorentarif wegfallen zu lassen. In der AVV-Vorlage heißt es nun, dass die Verkehrsunternehmen im AVV überein gekommen seien, ein Pilotprojekt dazu im Kreis Heinsberg zu starten. Vorgeschlagen wird, dort für zwei Jahre im Feldversuch praktisch zu erproben, wie sich eine Rund-um-die-Uhr-Gültigkeit bei gleichzeitiger Anhebung des Alters der Nutzungsberechtigten von 60 auf 63 Jahre auswirkt.

An den Preisen für Einzeltickets will der Verkehrsverbund zum dritten Mal in Folge nahezu nichts ändern. Auch die Vier-Fahrten-Tickets sollen stabil bleiben. Als Grund dafür wird das Ziel genannt, weiterhin Gelegenheitsfahrgäste zu gewinnen, die so von den Vorteilen des Öffentlichen Nahverkehrs überzeugt werden und auf Zeitkarten umsteigen. Bei den Einzelkarten, deren Preis auf fünf Cent endet, soll allerdings auf die nächste Zehn-Cent-Stufe aufgerundet werden. Es habe sich als aufwendig herausgestellt, entsprechendes Wechselgeld vorzuhalten.

Abgeschafft werden soll das Ferienticket für Senioren, die Verkaufszahlen seien „fortlaufend sinkend“ auf inzwischen nur noch 300 für alle Ferien im Jahr 2015.

Die Preissteigerungen sollen am Ende 2,2 Millionen Euro mehr an Einnahmen bringen, die dann insgesamt bei 88,5 Millionen Euro lägen. Dabei entfällt das Gros auf die Zeitkarten mit 67,3 Millionen Euro. Einzeltickets tragen rund 21 Millionen Euro zu den Erträgen bei.

Dass die politischen Gremien der Tariferhöhung – wie jedes Jahr – zustimmen, ist mehr als wahrscheinlich. Gerechtfertigt wird sie in der AVV-Vorlage durch steigende Löhne, „notwendige Investitionen in die Infrastruktur“ und „mittelfristig auch wieder ansteigende Treibstoffkosten“.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Kosten für Bus und Bahn, die nicht durch Zuschüsse von Land und Bund oder die Ticketerlöse reinkommen, am Ende bei den Kommunen hängenbleiben. Dieser kommunale Anteil ist nach Angaben des AVV in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen. Inzwischen beträgt dieser Anteil fast 40 Prozent der Kosten. Vor sechs Jahren lag er nur bei rund 30 Prozent. Der AVV sieht entsprechend „seit geraumer Zeit die Anforderung, die Nutzerfinanzierung zu stärken und die öffentlichen Haushalte zu entlasten“ – übersetzen lässt sich das mit: „höhere Ticketpreise“.

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