Bundespolizei beendet Grenzkontrollen auf der A44

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Die Kontrollstelle auf dem Parkplatz Königsberg hinter der A44-Abfahrt Aachen-Brand in Fahrtrichtung Aachener Kreuz war am 17. November kurz nach den Anschlägen von Paris aufgebaut worden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Aachener Bundespolizei hat die stationäre Kontrollstelle auf der Autobahn 44 abgebaut, seit Freitagnachmittag kann der Verkehr dort wieder ungehindert fließen. Das bestätigte Bernd Küppers, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen, auf Anfrage unserer Zeitung.

Allerdings bedeute der Abbau der Kontrollstelle nicht, dass die Grenzkontrollen beendet werden, „im Gegenteil“, sagte Küppers. Die Bundespolizei habe sich lediglich für „eine andere Strategie entschieden“, die Kontrollen sollen nun „verstärkt mobil“ erfolgen, sagte Küppers weiter. Eine Anordnung des Bundesinnenministeriums zum Abbau der Kontrollstelle habe es nicht gegeben.

Die Kontrollstelle auf dem Parkplatz Königsberg hinter der A44-Abfahrt Aachen-Brand in Fahrtrichtung Aachener Kreuz war am 17. November kurz nach den Anschlägen von Paris aufgebaut worden. Zu Beginn erhielt die personell chronisch unterbesetzte Aachener Bundespolizei Unterstützung von Kollegen anderer Inspektionen, um die Kontrollstelle permanent besetzen zu können. Doch nach und nach wurde dieses zusätzliche Personal wieder aus Aachen abgezogen, so dass die Kontrollstelle auf der A44 nur noch gelegentlich besetzt war.

Dennoch waren die Erfolge dieser Grenzkontrolle enorm. In den vergangenen vier Wochen nahmen die Bundespolizisten mehr als 240 Menschen fest, nach denen deutsche oder europäische Sicherheitsbehörden gefahndet hatten, mehr als 40 Menschen, die per Haftbefehl gesucht wurden, konnten Justiz- und Strafvollzugsbehörden übergeben werden.

Die Bundespolizei stellte vier Männer, die in kürzlich gestohlenen Autos unterwegs waren, nahm einen Mann fest, der einen Kleinlastwagen steuerte, in dem er Diebesgut im Wert von 150.000 Euro transportierte, wie Bundespolizeisprecher Küppers am Freitag mitteilte. Ein Drogenschmuggler wurde mit Marihuana im Schwarzmarktwert von fast 10.000 Euro gefasst. „Wir waren nicht unerfolgreich“, sagte Küppers.

Dass der Abbau der Kontrollstelle etwas mit fehlendem Personal zu tun hat, wollte Küppers am Freitag nicht bestätigen, doch der Verdacht liegt nahe. Von 290 Planstellen, die der Aachener Bundespolizeiinspektion laut Stellenplan zugewiesen sind, waren im Frühjahr nur etwa 180 besetzt.

In den vergangenen Monaten hatte die Inspektion zeitweise gar zehn Beamte an die bayerischen Grenzübergänge abordnen müssen. Ob diese Beamten mittlerweile wieder zurück in Aachen sind, wollte die Bundespolizei nicht mitteilen: „Dienstgeheimnis“, sagte Küppers.

Für die Stadt Aachen bedeutet der Abbau der Kontrollstelle sehr wahrscheinlich eine Entspannung der Verkehrssituation im gesamten Stadtgebiet. Durch die in Verbindung mit der Grenzkontrollstelle entstandenen Staus hatte der Verkehr besonders auf den Außenringen der Stadt spürbar zugenommen.

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