Aachen/Kerkrade - Bundesfest der Deutschen Schützenbruderschaften erstmals im Ausland

Bundesfest der Deutschen Schützenbruderschaften erstmals im Ausland

Von: Angela Delonge
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Eine bunte und turbulente Angelegenheit: Rund 15.000 Schützen aus 280 Vereinen werden beim Umzug am Sonntag mitgehen, dazu 100 Musikkapellen. Foto: A. Herrmann

Aachen/Kerkrade. Die Zeiten, in denen ein Schützenkönig ein Jahr lang keine Steuern zahlen musste, sind bedauerlicherweise vorbei. Aber der Wettbewerb um den besten Hobbyschützen im Lande ist immer noch eine große Sache – verbunden mit einer mehrtägigen Veranstaltung jedes Jahr im September, dem Bundesschützenfest.

Das findet jetzt zum 72. Mal statt und zwar vom 19. bis 21. September – dieses Mal im niederländischen Grenzort Kerkrade. Das ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil der Bund der Historischen Schützenbruderschaften das Fest zum ersten Mal im Ausland begeht, sondern auch, weil der ausrichtende Schützenverein, die Armbrustschützenvereinigung St. Hubertus Kerkrade-Haanrade, der mit Abstand kleinste Verein im Bund der Schützenbrüder ist.

18 Mitglieder zählt diese äußerst aktive Schießvereinigung, deren Vorsitzender John Rouschen die Ausrichtung des Bundesschützenfests 2014 mit Verve angeht. Zum Vergleich: Der deutsche Schützenverein, der das Fest im vergangenen Jahr ausrichtete, hat 1800 Mitglieder. Dass die Haanrader Schützen, die zusammen mit einem weiteren niederländischen und einem belgischen Schützenverein die einzigen ausländischen Mitglieder im deutschen Schützenbund sind, große Veranstaltungen meistern können, haben sie 2006 bewiesen.

Da fand der Bundesköniginnentag in dem kleinen Städtchen statt – das Publikum hatte beim großen Festumzug in Sechserreihen an den Straßen gestanden, die Polizei hatte 30.000 Zuschauer gezählt. Diese Marke könnte diesmal locker geknackt werden, meint Ralf Heinrichs, der Geschäftsführer des Bundes der Historischen Schützenbruderschaften.

Rund 15.000 Schützen aus 280 Vereinen werden beim Umzug am Sonntag mitgehen, dazu 100 Musikkapellen – das wird eine bunte und turbulente Angelegenheit. Die Kerkrader Hubertusschützen haben – wie in den Niederlanden üblich – den Festausschuss als steuerbegünstigte Stiftung gegründet. Dessen Vorsitzender Ger Smeijsters sorgt dafür, dass der kleine Schützenverein sich nicht übernimmt.

Doch davor steht der obligatorische Schießwettbewerb: 113 amtierende Schützenkönige, darunter drei Damen, wetteifern am Samstagvormittag etwa fünf Stunden um den Titel des Bundesschützenkönigs. Wegen waffenrechtlicher Ausfuhrbeschränkungen muss dieser Wettbewerb allerdings in Deutschland stattfinden: im Aachener Stadtteil Eilendorf, auf den zehn Schießanlagen der Karlsschützen-Gilde.

Geschossen wird auf eine Scheibe. Nach 15 Minuten Probeschießen hat jeder drei Schüsse, die Auswertung erfolgt anonym. Danach steht der neue Bundesschützenkönig fest, der am Nachmittag in der Kerkrader Rodahal gekürt wird.

Obwohl die Diözese Aachen über die allermeisten Bruderschaften im Schützenbund verfügt, fand das letzte Bundesschützenfest in der Stadt Aachen im Jahr 1983 statt. Auch in den kommenden Jahren wird Aachen nicht dabei sein, denn die Feste sind bis 2019 vergeben. Den Zuschlag für 2016 hat Heinsberg bekommen, 2017 wird Düren den Bundesköniginnentag ausrichten.

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