Buitenring: Das größte Verkehrsprojekt der Region

Von: Beatrix Oprée
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Baustelle in Locht: Hier entsteht die Autobahn.

Herzogenrath/Kerkrade. Der Buitenring rückt näher. Im Stadtteil Locht der Herzogenrather Schwesterstadt Kerkrade kann man die beeindruckende Baustelle für die vierspurige Verbindungsautobahn sehen, die einmal durch die Parkstad Limburg führen wird. Das weckt Bedenken unter anderem bei der großen Koalition in Herzogenrath.

Eine derart großzügig ausgebaute Straße, so die Befürchtungen von SPD und CDU, lasse große Verkehrsströme erwarten, die dann auch Auswirkungen auf das Herzogenrather Straßennetz haben werden.

Im Buitenring-Projektbüro der Provinz Limburg in Nuth ist zu sehen, wie sich die Pläne auf den Nachbarn jenseits der Grenze auswirken werden. Von Norden kommend verläuft der Buitenring über die N 299, biegt am Bahnhof Eygelshoven auf den Dentgenbachweg ab, wird über eine neue Verbindung an Kaalheide vorbei über den Vauputsweg hinweg bis zur Hamstraat (N 300) fortgesetzt.

Dort biegt der Ring wieder westlich ab und wird an der niederländisch-deutschen Grenze entlang geführt, um schließlich bei Avantis, dem deutsch-niederländischen Gewerbegebiet im Nordwesten Aachens, auf die N 281 zu münden. Zwischen Avantis und Baamstraat wird zudem eine Parallelstraße als Zulieferer für das Industriegebiet Willem-Sophia und das Wohnviertel Gracht entstehen. Letzteres soll für Lastwagen abgebunden werden.

Denn das ist der Hauptzweck des von vielen Anliegern kritisierten Straßenbauprojekts: Nicht nur die Fahrtzeit zwischen den sieben Parkstad-Kommunen zu verringern, sondern vor allem auch die Wohngebiete vom wachsenden Durchgangsverkehr zu entlasten. Stets war dabei auch die Grenzsituation im Blick, wie Projektmanager Mat Snijders erläutert: „Der Buitenring in den Niederlanden ist immer in Kombination mit der B 258 n auf deutscher Seite geplant gewesen.“

Keine deutsche Trasse

Natürlich habe man auch damit gerechnet, dass diese auf deutscher Seite heftig umstrittene Trasse, die von Aachen-Richterich an Uersfeld, Bank, Forsterheide, Horbach und Pannesheide vorbei durch das Anstelbachtal, das Heydener Ländchen, bis auf die Hamstraat in Kerkrade führen sollte, nicht gebaut werde. Entsprechend gibt es Verkehrsberechnungen für gleich drei Szenarien. „Wir sind unter anderem von der östlichsten Variante der in Deutschland diskutierten Pläne für die B 258 n ausgegangen“, sagt Verkehrsplaner Nordine Bouchiba. Auf alle Fälle aber werde der Buitenring auch auf deutscher Seite Vorteile bringen. Vor allem für den nördlichen Teil der Landstraße 232 ab Dammstraße/Geilenkirchener Straße in Herzogenrath mit Fahrtrichtung Übach-Palenberg.

Ohne Buitenring gehen die niederländischen Verkehrsplaner für das Stichjahr 2025 von einer Frequenz von 13 500 Kraftfahrzeugen täglich auf der L 232 aus, die sich Richtung Aachen respektive Geilenkirchen/Heinsberg bewegen. Durch den Buitenring in Kombination mit der B 258 n würde sich diese Zahl auf 10.000 am Tag reduzieren. Mit Buitenring ohne B 258 n wären es immerhin noch 12.000 Fahrzeuge.

Mat Snijders: „Die B 258 n wäre die Alternative zur bisherigen Strecke von Aachen nach Geilenkirchen, ebenso für die Verkehre aus den Niederlanden, die dann ja bequem über den Buitenring abgeleitet würden.“

Was die Verkehrsströme auf niederländischer Seite in 2025 angeht, so stellt Snijders klar: Der Ausbaustand der Domaniale Mijnstraat in Kerkrade bleibe seitens der Provinzregierung unberührt. Allenfalls der Kreisel nahe Bahnhof und Continium werde (ebenso wie der Innenverkehr des Kreisverkehrs an Avantis, der mit Ampeln gesteuert wird) ertüchtigt. Denn hier werden in 2025 in Folge der ausgebauten N 300 erhöhte Verkehrsbelastungen erwartet. „Aber nicht durchgehend bis zur Neustraße und Herzogenrath.“ Auch der Norden des Kerkrader Zentrums werde spürbar entlastet. Snijders: „Was die weiteren Straßen angeht, kennen wir die Pläne der Gemeinde Kerkrade noch nicht.“

Nach der Sommerpause wollen die Städte Kerkrade und Herzogenrath gemeinsam über die Folgen des Buitenring-Baus für zu erwartende Verkehrsflüsse beraten. Was die Roderlandbaan betrifft, die zum Eurode-Business-Center und zur Neustraße führt, geben die Planer schon einmal Entwarnung: Dieser Teil der N 299 soll vom Buitenring abgebunden werden.

Auch der Gaia-Zoo werde über die neue Ringstraße von der Autobahn aus viel leichter zu erreichen: „Man muss dann nicht mehr durch die Wohngebiete fahren.“ Zum 1. April 2018 soll das Gros der Strecken fertiggestellt sein. Snijders verweist auf einen ehrgeizigen Zeitplan: „Es kann aber sein, dass Teile schon früher in Betrieb gehen.“

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