Bürgerinitiative setzt Lütticher Politiker unter Druck

Von: gego
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Lüttich. Eine Lütticher Bürgerinitiative namens „Collectif Liége 2015” hat gegen den Willen der kommunalen Politik einen Volksentscheid durchgesetzt, der am Sonntag stattfindet.

Das teilten die Initiatoren der Initiative diese Woche im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz in Brüssel mit. Ziel des Volksentscheides ist es, eine Lütticher Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2015” durchzusetzen.

Einziger belgischer Mitbewerber um diesen Titel ist die Stadt Mons. Die Lütticher Stadtverantwortlichen hatten zuletzt im Juni 2008 signalisiert, keinerlei Interesse an einer solchen Bewerbung zu haben, die Zahl der Bürger, die eine Bewerbung Lüttichs unterstütze, sei „unwesentlich”.

Das stimmt offenbar nicht ganz: Denn bis Dezember 2008 sammelte die Bürgerinitiative mehr als 30.000 Unterschriften, um einen Volksentscheid zu erzwingen. 22.000 Unterschriften stammten von Bürgern, die innerhalb der Stadt Lüttich wohnen. „30.000 Menschen sind nicht unwesentlich”, sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative.

Derweil hat das wallonische Parlament der Stadt Mons zwei Millionen Euro für die Bewerbung um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2015” zur Verfügung gestellt. Niemand von verantwortlicher Seite war offenbar davon ausgegangen, dass die Bürgerinitiative tatsächlich genügend Unterschriften würde sammeln können.

Am Sonntag nun müssen wenigstens 20.000 Menschen zur Wahl gehen, um die Lütticher Stadtverantwortlichen dazu zu bringen, eine Bewerbung zu erstellen. Was dann mit den zwei Millionen Euro passiert, die für die Bewerbung Mons´ bereitgestellt worden sind, ist im Moment noch offen.

Am Mittwoch wurden aus der Lütticher Lokalpolitik Stimmen laut, die sich für eine gemeinsame Bewerbung mit Maastricht und Aachen um den Titel „Europäische Kulturhauptstadt 2018” vorstellen könnten. Ob dies Bestand hätte, wenn die Stadt am Sonntag dazu gezwungen würde, sich schon für 2015 zu bewerben, ist noch nicht klar.
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