Brutaler Überfall auf Juwelier-Ehepaar vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
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Juwelierüberfall
Ein Juwelierehepaar ist 2010 in Düren brutal überfallen worden, die Polizei hatte den Tatort abgesichert. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Dass Vasilica M. (37) aus Baesweiler überhaupt noch gefasst wurde, war eher Zufall. Mehr als sechs Jahre nach einem brutalen Raubüberfall in Düren wurde er im Februar mit einem DNA-Abgleich ermittelt. Am 21. September 2010 soll er in das Wohnhaus eines Dürener Juweliers und seiner Ehefrau, damals 70 und 73 Jahre alt, eingedrungen sein und Schmuck im Wert von 150.000 Euro erbeutet haben.

Da der Täter das Ehepaar schwer misshandelte, ist Vasilica M. wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und schweren Raubes angeklagt.

Am Dienstag nun begann der Prozess am Aachener Landgericht. An jenem Septemberabend im Jahr 2010 soll der damals als Aushilfe bei Schaustellern auf der Annakirmes tätige Vasilica M. in der Dürener Innenstadt eine Juwelierfamilie zu Hause überfallen haben. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die Ehefrau des Juweliers befinde sich seit dem Überfall im Wachkoma, so steht es in der Anklageschrift. Und auch der Juwelier selbst sei bis heute auf Pflege angewiesen.

Vasilica M. gestand und bestätigte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft in weiten Teilen. Er habe seinen Kirmes-Lohn nicht in der angekündigten Höhe erhalten, erklärte Vasilica M. dem Vorsitzenden Richter Roland Klösgen. Er sei alkohol- und drogenabhängig gewesen und habe zu dieser Zeit meist in einem Dürener Park geschlafen. Kurz vor der Tat habe er Amphetamine konsumiert.

Wie er denn überhaupt auf das Privathaus mit dem darin befindlichen Juweliergeschäft gekommen sei, wollte Richter Klösgen wissen. Er sei abends herumgegangen und habe dabei gesehen, dass im Haus des Juweliers „viel Gold“ gelegen habe, sagte Vasilica M. Er habe eben Geld für Drogen gebraucht. Am kommenden Tag habe er in einem Geschäft in der Nähe Kabelbinder gekauft. Abends habe er in das Juwelier-Haus „reingehen“ und „den Schmuck einfach abräumen“ wollen.

Doch der Tatplan habe sich in der Praxis verkompliziert, der Überfall sei aus dem Ruder gelaufen, weil sich das Ehepaar wehrte, führte der Angeklagte aus. Zunächst habe der Juwelier die teuren Sachen nicht hergeben wollen, dann sei die Ehefrau ihrem Mann zur Hilfe gekommen.

„Sollte das Opfer Ihnen etwa die Hände für die Kabelbinder entgegenstrecken?“, fragte Richter Klösgen sarkastisch in Richtung des Angeklagten. Wie er denn bei einer Gegenwehr vorgehabt habe zu handeln? Darauf hatte M. keine richtige Antwort.

Fakt ist, dass Vasilica M. das Ehepaar mit Schlägen und Tritten massiv verletzte. Dann raffte er Schmuck im Wert von 150.000 Euro zusammen, drehte die stark blutenden Opfer auf den Bauch und flüchtete, weil er bereits die Polizeisirenen hören konnte. Er sei durch den Garten verschwunden, berichtete der Angeklagte, dessen Aussage von einem Dolmetscher aus dem Rumänischen übersetzt werden musste. Er sei zum Bahnhof gelaufen und dort in den nächstbesten Zug gestiegen.

Kurz nach seiner Verhaftung vergangenen Februar hatte M. der Polizei einen mutmaßlichen Komplizen als Mittäter genannt. Der hatte jedoch ein Alibi für den Zeitpunkt des Überfalls und kam wieder frei. Der Prozess gegen Vasilica M. wird am 15. Mai fortgesetzt.

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