Bruder des Sexualstraftäters in Psychiatrie eingewiesen

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Und wieder ein neues Plakat: Szene der Demonstration in Randerath. Foto: Georg Schmitz

Heinsberg. Der Bruder des in Heinsberg-Randerath wohnenden Sexualstraftäters Karl D., Helmut D., ist am Donnerstagabend ins Gangelter Krankenhaus Maria Hilf zwangseingewiesen worden und hat dort die Nacht verbracht.

Die Heinsberger Polizei hat entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigt. Ob Helmut D. in der psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses bleiben muss, wird am Freitag ein Richter entscheiden.

Dass die Lage in Randerath eskalieren würde, hatte sich seit einigen Tagen abgezeichnet. Seit der Ende Februar aus der Haft entlassene Karl D. zu seinem Bruder und dessen Familie gezogen ist, haben jeden Tag Demonstrationen vor der Wohnung der D.s stattgefunden. Die Polizei ist angewiesen, Karl D. rund um die Uhr zu observieren. Dass damit auch Helmut D., seine Frau und sein achtjähriges Kind observiert werden, lässt sich kaum vermeiden. Und die ganze Zeit haben die D.s im medialen Interesse der gesamten Republik gestanden, ein „Bild”-Fotograf hat die Familie über Wochen verfolgt.

Mit dem Auto in die Menge

Am Donnerstagmorgen dann hat die Heinsberger Polizei nach „ernstzunehmenden Äußerungen” Helmut D.s, „die den Verdacht gravierender Straftaten begründeten”, das Ordnungsamt der Stadt darüber informiert, dass Helmut D. möglicherweise im Moment nicht zurechnungsfähig sei.

Passiert ist nach Schilderungen von D.s Anwalt Wolfram Strauch aus Aachen dies: D. sei Donnerstagmorgen von einem Medienvertreter darauf aufmerksam gemacht worden, dass am Abend „eine besonders intensive Demonstration” vor seiner Wohnung stattfinden solle. Anlass: Am Donnerstag war es genau 15 Jahre her, dass Karl D. zwei Mädchen quälte und vergewaltigte. Helmut D. habe daraufhin die Kriminalpolizei angerufen und gefordert, die Demonstrationen mögen umgehend aufhören, sonst würde er mit dem Auto in die Menge der Demonstranten fahren - „was er natürlich nicht ernst meinte”, sagte Strauch.

Gegen 16.30 Uhr dann haben Strauch zufolge Polizisten im Auftrag des Ordnungsamtes Helmut D. an seinem Arbeitsplatz aufgesucht und zum Amtsarzt mitgenommen. Darüber habe sich Helmut D. derart echauffiert, dass er einen Polizisten schlug. Es sei ein Handgemenge entstanden, in dessen Folge D. verletzt worden sei und im Heinsberger Krankenhaus behandelt werden musste.

Der Amtsarzt sei später zum Ergebnis gekommen, dass Helmut D. „an einem Stresssyndrom leide”, sagte Strauch am Donnerstagabend. Wenigstens bis Freitag bleibt Helmut D. im Krankenhaus, dabei beziehen sich Ordnungsamt und Amtsarzt auf das Psychisch-Kranken-Gesetz: Helmut D. soll davor geschützt werden, sich selbst oder Dritte zu gefährden. Er hat die Nacht in der Psychiatrie verbracht, geschlossene Abteilung.

Die Situation in Randerath wird immer schwieriger.
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