Bosch: „Ich habe das gute Gefühl, dieses Festival ist quicklebendig“

Von: sar
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Hand aufs Herz, ihm liegt noch eine Menge an „seinen“ Kurpark Classix: Marcus Bosch (links), ehemaliger GMD der Stadt Aachen, und sein Nachfolger Kazem Abdullah eröffnen gemeinsam das Festival.

Aachen. Das Wiedersehen mit Aachen und mit „seinem“ Festival war bewegend: Marcus Bosch, der 2002 bis 2012 Generalmusikdirektor der Stadt Aachen war und 2011 als Generalmusikdirektor an die Nürnberger Staatsoper wechselte, eröffnete als Dirigent des Sinfonieorchesters Aachen das Festival Kurpark Classix mit der Operngala „Evviva Verdi!“. Wir fragten den Mitbegründer des sommerlichen Open-Air-Spektakels nach seinen Eindrücken.

 

Das Festival war Ihre Idee, jetzt hat es den zehnten Geburtstag. Was für ein Gefühl ist es für Sie, hier in Aachen auf der Kurpark-Bühne zu dirigieren?

Bosch: Ich habe das gute Gefühl, dieses Festival ist quicklebendig. Es lebt natürlich auch vom Wetter, da war diese herrliche Sommernacht ideal und passte bestens zu Verdi.

Was sagen Sie zum Da-Capo-Konzert am Montag, eine Entwicklung des Festivals?

Bosch: Ich finde, das funktioniert wirklich gut. Warum nicht am Montag noch eine andere Farbe.

Das Publikum hat sich gefreut, Sie wiederzusehen. Gab es besondere Reaktionen?

Bosch: Völlig fremde Menschen haben mich umarmt, das war sehr berührend. Ich habe auch gespürt, wie wach das Publikum war, wie intensiv es zugehört hat bei diesem durchaus anspruchsvollen und kulinarischen Abend.

Könnten Sie es sich vorstellen, nach Aachen zurückzukehren?

Bosch: Nein, das wäre keine Option. Als Gast immer wieder gern, aber mein berufliches Leben ist ja in dauerndem Wandel begriffen, und das ist sehr gut so. Nicht zuletzt meine Professur an der Universität München wird mich in Anspruch nehmen.

Was möchten Sie Studenten mitgeben?

Bosch: Ich will ein dirigierender Lehrer sein. Die Studenten können bei meiner Arbeit kritisch zuschauen, sich gleichzeitig ausprobieren und von meinen Erfahrungen mit dem Theater und der Orchester-Psychologie profitieren.

Was denken Sie beim Blick auf die heranwachsende Dirigentengeneration?

Bosch: Wir haben viele junge Talente und eine Menge Fördermöglichkeiten. Im Prinzip ist das gut, aber der Trend, noch sehr junge Leute in Spitzenpositionen zu berufen, ist nicht immer förderlich. Diesen Nachwuchs fehlt oft breite Erfahrung, das wird man spüren.

Wie sind Sie zu Ihren Erfahrungen gekommen?

Bosch: Durch den klassischen Weg des Korrepetitors am Theater. Man lernt in täglicher Arbeit mit Sängern und Regisseuren eine Menge.

Was war Ihnen in der Aachener Zeit so wichtig, dass Sie es mit nach Nürnberg genommen haben?

Bosch: Wichtige Mitarbeiter und die Idee, mit neuen Formaten neues Publikum für die klassische Musik zu gewinnen – hoffentlich wie mit dem Aachener Opernabend.

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