Bonner Kongresszentrums-Desaster geht weiter

Von: dpa
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Bonn. Im Zusammenhang mit dem Millionendesaster um das World Congress Center Bonn (WCCB) hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier weitere Personen erhoben.

Ihnen werde Betrug in besonders schwerem Fall, Untreue in besonders schwerem Fall sowie Anstiftung zum Parteienverrat vorgeworfen, teilte Oberstaatsanwalt Fred Apostel am Dienstag in Bonn mit. Angeklagt wurden der Bauunternehmer des Projekts, der damalige Leiter des städtischen Gebäudemanagements der Stadt Bonn sowie zwei seiner Mitarbeiter. Im Fall einer Verurteilung sind Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren möglich.

Mit der Anklageerhebung sind die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zum Bau des WCCB abgeschlossen. Sie waren am 31. August 2009 aufgenommen worden. Ein Ermittlungsverfahren gegen die frühere Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) wegen Untreue wurde eingestellt. Anklage wegen Untreue und Betrug wurde allerdings erhoben gegen die beiden von ihr eingesetzten städtischen Projektleiter Arno Hübner und Evi Zwiebler. Seit einem Jahr läuft vor der Bonner Wirtschaftsstrafkammer der Prozess gegen WCCB-Investor Man-Ki Kim.

Der Bau mitsamt Hotel im früheren Regierungsviertel neben dem UN-Campus musste vor drei Jahren nach Pleiten gestoppt werden. Mittlerweile ist der rechtliche Weg für die Wiederaufnahme der Arbeiten zwar geebnet. Aber noch immer ruht die Arbeit auf der Baustelle. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von rund 140 Millionen Euro sind inzwischen auf mehr als 200 Millionen Euro explodiert.

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