Bonn bleibt erster Sitz des Verteidigungsministeriums

Von: dpa
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Verteidigungsministerium Bonn Hardthöhe
Der erste Dienstsitz des Verteidigungsministeriums bleibt in Bonn. Das sagte Minister de Maizière (CDU) am Montag (24.10.2011) dem Bonner Oberbürgermeister Nimptsch und dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Kühn bei einem Gespräch in Berlin zu. Foto: dpa

Berlin/Bonn. Was mit den 400 Bundeswehrstandorten passiert, ist weiterhin offen - mit einer Ausnahme: Für Bonn hat Minister de Maizière jetzt eine Standortgarantie ausgesprochen. Der Hauptsitz des Ministeriums und 4000 Bundeswehr-Posten bleiben dort.

Ein Komplettumzug des Verteidigungsministeriums nach Berlin ist endgültig vom Tisch: Der erste Dienstsitz bleibt in Bonn, allerdings sollen so viele Mitarbeiter wie möglich an die Spree wechseln. Als Ausgleich sollen zusätzliche Bundeswehrposten auf die Bonner Hardthöhe verlagert werden, so dass dort keine Arbeitsplätze verloren gehen.

Das kündigte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag zwei Tage vor der Vorstellung seines Standortkonzepts bei einem Treffen mit dem Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Frithjof Kühn, an.

Das Ministerium hat derzeit gut 3000 Mitarbeiter, davon rund 500 in Berlin. Die Zahl der Mitarbeiter soll im Zuge der Bundeswehrreform auf 2000 reduziert werden. Wie viele von ihnen künftig in Berlin arbeiten werden, blieb weiter offen.

De Maizières Reform-Staatssekretär Stéphane Beemelmans hatte kürzlich in einem Interview davon gesprochen, dass man in Berlin künftig bis zu 1250 Mitarbeiter stationieren könne. Das seien 25 Prozent der 5000 Mitarbeiter, die das Ministerium 1994 hatte, als das Gesetz über die Aufteilung der Regierungsstandorte auf Bonn und Berlin in Kraft trat.

Das Verteidigungsministerium ist eines von sechs Bundesministerien, das seinen ersten Sitz noch in Bonn hat. Lange war über einen Komplettumzug spekuliert worden.

Der gebürtige Bonner de Maizière sagte, durch die Pläne würde die Rolle Bonns als Bundesstadt sogar noch gestärkt. Er sprach eine Standortgarantie für 4000 Bundeswehr-Dienstposten aus.

Nimptsch wurde in der Mitteilung des Ministeriums mit den Worten zitiert: „Mir geht es um den Erhalt struktursicherer und wertvoller Arbeitsplätze in Bonn.” Wichtig sei ihm, dass der Stellenwert der Stadt Bonn als Wissenschaftsstandort mehr als bisher auch durch die Bundeswehr wahrgenommen und anerkannt werde.

Unklar ist weiterhin, wie viele der rund 400 Bundeswehrstandorte im Zuge der Reform geschlossen werden sollen. De Maizière will sein Konzept dafür am Mittwoch vorstellen. Nach der Aussetzung der Wehrpflicht und der Festlegung der Grobstrukturen geht die Reform damit in die dritte Phase.

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