Bombenbauer laut Gutachten voll schuldfähig

Von: Janou Müller-Beuermanns
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Berlin. Im Prozess zweier mutmaßlicher Bombenbastler aus der rechten Szene vor dem Landgericht Aachen hat eine psychiatrische Sachverständige dem Hauptangeklagten am Freitag volle Steuerungs- und damit Schuldfähigkeit attestiert.

Nach Einschätzung der Jugendgerichtshilfe soll bei dem 20-Jährigen allerdings nicht Erwachsenenstrafrecht, sondern Jugendstrafrecht angewendet werden.

Laut Empfehlung soll die in seinem Fall zu verhängende Freiheitsstrafe zwei Jahre nicht überschreiten. Zudem bat die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe das Gericht darum, die endgültige Entscheidung über eine Strafaussetzung zur Bewährung für ein halbes Jahr zurückzustellen. In dieser Zeit könne der Angeklagte zeigen, wie ernst es ihm mit seinem Wunsch nach einem Ausstieg aus der rechten Szene sei.

Dem 20-Jährigen und einem 25 Jahre alten Mitangeklagten wirft die Staatsanwaltschaft die Vorbereitung eines Sprengstoff-Attentats vor. Beide sollen Silvesterknaller mit Glasscherben präpariert und am 1. Mai 2010 zu einer Demonstration von Rechten nach Berlin mitgenommen haben, um Polizisten und Gegendemonstranten zu verletzen. Das Vorhaben wiesen beide Angeklagten von sich. Der 20-Jährige gab lediglich zu, die Silvesterknaller gebaut zu haben.

Bei einer Versuchsreihe mit baugleichen Knallern durch die Polizei zeigten die Glassplitter eine Flugweite von maximal sieben Metern. Im Nahbereich hätten die Splitter ungeschützte Körperteile verletzen können, erläuterte ein Polizeibeamter aus Berlin. Neben dem Bau der Splitterböller gestand der 20 Jahre alte Angeklagte einen versuchten Brandanschlag auf das Autonome Zentrum in Aachen.

Sein Mitangeklagter übernahm die Verantwortung für Farbschmierereien am Jüdischen Friedhof und an Büroräumen verschiedener Parteien. Bei ihm ist eine Einschränkung der Schuldfähigkeit wegen erheblichen Alkoholkonsums nicht auszuschließen.
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