Bombe legt Aachen über Stunden lahm

Von: Heiner Hautermans
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In der Aachener Bendstraße müssen nach dem Fund einer Fliegerbombe Häuser evakuiert werden. Foto: Bastian Ramakers

Aachen. Am Abend stellte sich heraus, dass die gigantischen Vorsichtsmaßnahmen berechtigt waren. Um 20.07 Uhr hielt Kampfmittelräumer Volker Lessmann von der Außenstelle Kerpen den Zünder einer britischen Zehn-Zentner-Bombe in den Händen, die um 11.30 Uhr bei Ausschachtungsarbeiten in Aachen-Burtscheid gefunden worden war.

Sie hat nicht nur eine enorme Durchschlagskraft, sondern auch eine Materialunverträglichkeit durch die Verwendung von Stahl und Messing, die im Lauf der Jahrzehnte chemisch reagieren können. 22 Minuten dauerte es, bis der Zünder, der sich anfangs nur schwer löste, herausgedreht war.

Stadtsprecher Axel Costard: „Das ist eine gefährliche Angelegenheit gewesen.” Bei einer Detonation hätte vor allem die Druckwelle enorme Schäden in der Umgebung anrichten können.

Zuvor wurden deshalb knapp 4000 Einwohner zwischen Hauptbahnhof und Burtscheider Markt in einem Umkreis von 300 Metern evakuiert. Im Radius von 500 Metern um den Fundort wurden die Straßen für jeglichen Verkehr gesperrt, was zu starken Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet führte. Auch Busse und Bahnen mussten ihren Betrieb um den Hauptbahnhof einstellen.

400 Einsatzkräfte von Bahn, Feuerwehr, Polizei, Sanitätsdiensten und Technischem Hilfswerk leiteten die größte Evakuierungsaktion der letzten Jahrzehnte in Aachen ein. Sämtliche Wehren Aachens waren alarmiert, sogar aus dem Kreis Heinsberg kam Verstärkung. Die meisten Anwohner gingen zu Verwandten und Freunden, 400 Menschen wurden in Aseag-Bussen in eine Notunterkunft ins Eurogress gebracht, wo sie mit Speisen und Getränken versorgt wurden. Dort standen auch Ärzte und ein Notfallseelsorger bereit. 47 Patienten des Schwertbades mussten in Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht werden.

Erst gegen 19.45 Uhr konnte nach Kontrollfahrten grünes Licht für die Entschärfung gegeben werden konnte. Zu dritt machten sich die Bombenräumer ans Werk. Beigeordneter Heinz Lindgens nach geglückter Aktion: „Wir sind alle sehr erleichtert, dass die Entschärfung glimpflich abgelaufen ist.”
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