Aachen - Bombardier baut in Aachen 150 Stellen ab

Bombardier baut in Aachen 150 Stellen ab

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Talent Bombardier
Der „Talent” ist eine Aachener Entwicklung und wird am Firmenstandort Aachen produziert.

Aachen. Schwerer Schlag für den Industriestandort Aachen: Der Weltkonzern Bombardier baut in seinem hiesigen Werk (ehemals Talbot) 150 Arbeitsplätze ab. „Dieser Stellenabbau ist zwingend erforderlich, um weiter konkurrenzfähig bleiben zu können”, erklärt Werksleiter Wolfgang Pape.

Damit werden im kommenden Jahr nur noch 400 Mitarbeiter am Standort Aachen tätig sein, davon knapp 100 in Kurzarbeit. In den 90er Jahren beschäftigte der Waggonbauer hierzulande noch bis zu 1800 Menschen.

Bombardier Transportation begründet den „schmerzhaften Einschnitt” mit einer anhaltenden Auftragsflaute auf den Märkten, die der traditionsreiche Aachener Waggonbauer in den vergangenen Jahren vornehmlich bedient hat, speziell in den Niederlanden und Österreich. Zudem seien auf ebenfalls wichtigen Märkten in Osteuropa die Auswirkungen der Wirtschaftskrise noch deutlich spürbar.

Deshalb sei es nötig, den Standort Aachen „neu auszurichten” und zu „restrukturieren”, so der Deutschland-Vorstand des Weltkonzerns. Dazu würden auch Investitionen von rund zwei Millionen Euro getätigt, um das Werk fit für die Produktion von Elektrotriebzügen für die Stuttgarter S-Bahn zu machen. Dieser Auftrag, der vom Bombardier-Werk Henningsdorf nach Aachen abgegeben wird, sichere den hiesigen Standort bis Ende 2012, so der Vorstand. „Das ist ein ganz klares Bekenntnis zu Aachen”, bekräftigt Grego Peters, Geschäftsführer von Bombardier Deutschland.

Heftige Kritik übt derweil der IG Metall-Bevollmächtigte Franz-Peter Beckers, da Bombardier mit den Kündigungen den eigentlich bis Ende 2012 fixierten Standortsicherungsvertrag platzen lässt. „Ich bin sehr enttäuscht und verärgert, dass dieser Vertrag einfach zerschlagen wird.”

Von einer „bitteren Pille für Aachen” spricht Oberbürgermeister Marcel Philipp. Leider hätten auch diverse Gespräche seitens der Stadt und der Politik mit Bombardier, an denen auch Kollegen aus benachbarten niederländischen Gemeinden beteiligt gewesen seien, keine andere Entscheidung ermöglicht.
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