„Blume der Vergeltung”: Neuer Krimi spielt in der Euregio

Von: Thomas Kreft
Letzte Aktualisierung:
Peter Bochanan
Mit seiner Rautenmusterstrickjacke, der Kippe auf dem Zahn und etlichen Tassen Kaffee am Tag erfüllt Peter Bochanan ganz das Klischee eines Kriminalschriftstellers. Foto: Kreft

Aachen. Die Leichen werden an den ungewöhnlichsten Orten entdeckt: in der Wurm, in einem Pornokino und sogar auf einem Friedhof. Der neuen Heimatkrimi „Blume der Vergeltung” von Peter Bochanan schickt die Eupener Kripo bis tief in die Eifel und mehrfach auch nach Aachen - der euregionalen Zusammenarbeit sei Dank.

Der in Kelmis lebende und schreibende deutsche Autor mit englischem Pseudonym hat dafür einen Serienkiller entwickelt, der immer nach derselben Masche mordet: Er lauert dem Opfer zum Beispiel beim idyllischen Gut „Entenpfuhl” auf und macht es zunächst mit Gift bewegungsunfähig. Der ihm so völlig ausgelieferte Mensch kann nicht um Hilfe rufen und muss tatenlos hinnehmen, wie ihn der offenbar völlig durchgedrehte Häscher ins Gebüsch zerrt und ihm eine Baccara-Rose in den Rachen rammt. Er stirbt dann qualvoll an den Blutungen, wenn er nicht vorher erstickt.

Zu weit hergeholt, sollte man meinen, doch Bochanan winkt ab: „Ich habe natürlich vorher bei der Rechtsmedizin recherchiert, ob so was tatsächlich möglich ist.” Zu der Geschichte hätte durchaus der Titel „Rosenkavalier” gepasst, aber das war dem Autor wohl doch eine Spur zu sarkastisch. Sollte das schaurige Stück einmal verfilmt werden, könnte der Vorspann analog zu Edgar Wallace mit dem Vorspann beginnen: „Hello! Hier spricht Peter Bochanan!” Schade, dass Klaus Kinski nicht mehr lebt...

Die Ideenschmiede befindet sich im Kelmiser Wohnhaus des Autors. Mit seiner Rautenmusterstrickjacke, der Kippe auf dem Zahn und etlichen Tassen Kaffee am Tag erfüllt der gastfreundliche Herr mit graumeliertem Bart ganz das Klischee eines Kriminalschriftstellers.

Beruflich ist Bochanan viel mit Menschen aller Schichten in Kontakt gekommen: in jungen Jahren als Automechaniker, dann als Entertainer und schließlich auch als Privatdetektiv.

Das Ermittlerteam siedelt er im Eupener Kommissariat an. Zusammen mit Hauptkommissar Marc Berger, einem eingefleischten Junggesellen, ermitteln Rud De Ruijter und Celine Dumont. Gerichtsmediziner Dr. Heinen liefert die unbestechlichen Obduktionsberichte. Aus Brüssel stößt als Profiler Joop Teunemanns hinzu, der schließlich ebenfalls in Eupen kleben bleibt. Damit hat Bochanan eine Truppe zusammengestellt, die auch in künftigen Grenzlandkrimis ermitteln wird.

Am nächsten Werk mit dem Titel „Der Familienmensch” arbeitet er bereits. Der Hauptkommissar und seine Leute recherchieren aber auch in den acht Kurzkrimis, die Bochanan in dem Band „Kriminelles, Wundersames und Geschichten, die das Leben schrieb” ebenfalls frisch veröffentlicht hat. Das Buch enthält noch weitere 13 gesellschaftskritische, nachdenklich machende und unterhaltsame Geschichten.

„Blume der Vergeltung”: 98 Seiten, ISBN 3-86901-219-6, Preis 9,30 Euro. „Kriminelles, Wundersames und Geschichten, die das Leben schrieb”: 163 Seiten, ISBN 3-86901-218-8, Preis 11,90 Euro. Beides im Engelsdorfer Verlag Leipzig.

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