Blitzmarathon-Bilanz: 1798 Fahrer sind zu schnell unterwegs

Von: red
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Blitzmarathon radar
Im Morgengrauen werden die Radar- und Lasergeräte in Stellung gebracht. Foto: dpa

Aachen/Düren/Heinsberg. Zu schnelles Fahren, Fahren ohne Fahrerlaubnis und die rote Ampel missachten - die Polizei hat beim Blitzmarathon, der am Mittwochmorgen zu Ende gegangen ist, mehr als 25.000 Fahrzeuge kontrolliert. Etwa jeder 24. unter ihnen war zu schnell unterwegs. Insgesamt zieht die Polizei eine positive Bilanz.

Während sich an normalen Kontrolltagen in der Städteregion etwa acht Prozent der Fahrer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, waren es im Rahmen des groß angelegten Blitzmarathons mit 4,21 Prozent deutlich weniger.

1058 der gemessenen Fahrzeuge waren in der Städteregion Aachen zu schnell. Zusätzlich waren sechs Fahrzeugführer nicht angegurtet, sieben weitere telefonierten während der Fahrt. Einer war sogar ohne Fahrerlaubnis unterwegs.

Die meisten Übertretungen wurden mit einem Verwarnungsgeld direkt vor Ort geahndet. Sechs Fahrer fuhren jedoch derart zu schnell, dass ihnen nun ein Fahrverbot droht.

Trauriger Spitzenreiter war in Herzogenrath auf der Jüder Strasse ein Autofahrer, der in einer 50er Zone mit 114 km/h mehr als doppelt so schnell unterwegs war wie erlaubt. Ihm drohen nun zwei Monate Fahrverbot und 450 Euro Bußgeld.

In Aachen auf der Lütticher Straße war ein Pkw-Fahrer mit 90km/h statt der erlaubten 50km/h unterwegs. Ihm drohen ein Monat Fahrverbot und 160 Euro Bußgeld.

Im Rahmen eines gesonderten Einsatzschwerpunktes wurden in der Aachener Innenstadt über 60 Radfahrer kontrolliert. Gegen 25 von ihnen mussten Anzeigen und Verwarnungsgelder wegen Rotlichtfahrten und wegen des Befahrens von Fußgängerwegen erhoben werden.

Besonders freut die Beamten, dass es am Dienstag keinen einzigen Verkehrsunfall mit Personenschaden gab, bei dem eine Geschwindigkeitsübertretung die Unfallursache war. „Der Einsatz ist sehr gut verlaufen“, resümierte Bernd Kleefisch, der Leiter der Direktion Verkehr im Aachener Polizeipräsidium, und hob dabei vor allem die erneut sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen und der Städteregion Aachen hervor.

Für die Zukunft kündigte er weitere intensive Geschwindigkeitsüberprüfungen an. „Jeder Fahrzeugführer muss damit rechnen, dass seine Geschwindigkeit immer und überall kontrolliert wird“, so der Einsatzleiter.

240 Fahrer im Kreis Heinsberg zu schnell

Auch im Kreis Heinsberg wurde an insgesamt 34 Stellen kontrolliert. Dass in dieser Zeit die Verkehrsteilnehmer deutlich disziplinierter unterwegs waren, als an anderen Tagen, war wegen der zahlreichen Vorankündigungen zu erwarten und auch einer der gewünschten Effekte dieses Blitzermarathons.

4785 Fahrzeuge wurden überprüft. Davon waren 240 Fahrer zu schnell unterwegs und mussten in der Großzahl ein Verwarnungsgeld bezahlen. Einige müssen mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige rechnen.

So wurde in einer 30er Zone ein Autofahrer mit 56 km/h gemessen, ein anderer innerhalb geschlossener Ortschaft mit 79 km/h.

Der unrühmlichen Spitzenreiter hatte die zulässige Höchstgeschwindigkeit in einem 70er Bereich um 24 km/h überschritten.

Drei Fahrer hatten keinen Sicherheitsgurt angelegt, zwei telefonierten mit ihrem Handy am Steuer und einer hatte den Termin zur Hauptuntersuchung seines Fahrzeuges überschritten.

Auch in Düren wurde geblitzt

Mehr als 10.000 Fahrzeuge wurden an mehr als 60 verschiedenen Kontrollstellen im Dürener Kreisgebiet kontrolliert. In 500 Fällen wurde dabei tatsächlich ein Geschwindigkeitsverstoß begangen. Das ergibt einen Wert von 4,7 Prozent.

Eine geringe Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit wurde einem 44 Jahre alten Mann aus Niederzier zum Verhängnis. Bei erlaubten 70 km/h wurde er mit 78 Stundenkilometern gemessen. Die Tatsache, dass der 44-Jährige allerdings mit seinem Mofa unterwegs war, welches bauartbedingt eigentlich maximal 25 km/h auf den Tacho bringen dürfte, änderte die Sachlage doch erheblich.

Denn die technischen Veränderungen, die der Mann an seinem Gefährt vorgenommen hatte, machten den Besitz einer entsprechenden Fahrerlaubnis erforderlich. Diese besitzt der Zweiradfahrer aber nicht, so dass neben der Ahndung des leichten Geschwindigkeitsverstoßes auch eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis fällig wurde.

Als negative Ausreißer müssen drei weitere Verkehrsteilnehmer erwähnt werden, deren gefahrene Geschwindigkeiten allerdings deutlich über dem erlaubten Limit lagen. So wurde innerhalb geschlossener Ortschaft in einer 30er-Zone ein Pkw mit 69 km/h gemessen.

Auch außerhalb der Ortschaften hielten sich einige Fahrer nicht ans Tempolimit: Ein Fahrzeugführer war mit 91 statt der erlaubten 50 km/h unterwegs, ein anderer brachte es auf 101 Stundenkilometer an einer Stelle, wo maximal 70 Kilometer pro Stunde erlaubt sind.

Insgesamt war das festgestellte Geschwindigkeitsniveau aber eher niedrig, was sich bewiesener Maßen begünstigend auf die Zahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen auswirkt. Der Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde (KPB) Düren, Polizeioberrat Wolfgang Heimbach, betont den Sinn des Marathons: „Wir möchten das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer über die Gefahren zu hoher Geschwindigkeiten schärfen und hoffen, auch über den Blitzmarathon hinaus eine Sensibilisierung und Verhaltensänderung bei den Bürgerinnen und Bürgern zu bewirken.“

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