Blind Date auf Burg Wilhelmstein: Was gut ist hat Bestand

Von: Hermann-Josef Delonge
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Das nennt man einen gelungenen Konzertabend: Mitreißende Musik, hier vom Hi Hornz Project aus Köln, vor der grandiosen Kulisse auf Burg Wilhelmstein. Alle „Uberraschungsgäste” des Blind Date traten zugunsten unserer Aktion „Menschen helfen Menschen” auf. Foto: Andreas Steindl

Würselen. Die Höflichkeit gebietet es, nicht zu spät zu einem Date zu kommen. Die Besucher des Blind Date auf Burg Wilhelmstein sind höfliche Menschen, und deshalb waren die Ränge im steilen Halbrund der imposanten Bühne in Würselen-Bardenberg an diesem Abend von Beginn an proppenvoll.

Was den Vorteil hatte, dass man sich noch vor der Begrüßung durch Moderator Robert Esser, Redakteur unserer Zeitung, an den Sambarhythmen der Gruppe Apiku erwärmen konnte. Wobei: Notwendig war´s eigentlich nicht, denn es war ein wunderbar lauer Frühsommerabend.

Das Prinzip des Blind Date kennt man seit Jahren, aber was gut ist, hat halt Bestand. Also: Zu Beginn der Freiluftsaison gibt es fürs Publikum einen Abend voller Überraschungen und für die meist „frischen” Künstler und Künstlerinnen ein imposantes Forum vor rund 1000 Besuchern.

Und das alles für einen guten Zweck, denn der Erlös kommt „Menschen helfen Menschen” zugute, der Hilfsaktion unserer Zeitung. Wie wichtig das immer noch und immer wieder ist, das betonte Bernd Mathieu, Chefredakteur und Vorsitzender des Hilfswerks.

Traditionell endet das Blind Date nicht vor drei Stunden. Das ist kein Problem, denn das Programm, das Uli Pesch und sein Team auf die Beine zu stellen pflegen, ist aller Ehren wert.

Hi Hornz etwa, das Projekt des Trompeters Christian Winninghoff. Coole Jungs, die den Jazz und Funk zelebrieren, als hätten sie die Musik von James Brown oder Maceo Parker mit der Muttermilch aufgesogen. Pure Energie, groovig, vibrierend, schweißtreibend.

Was dann folgte, wird für jeden Gitarrenliebhaber eine Offenbarung gewesen sein. Völlig zu Recht trägt Björn Berge den Spitznamen „Stringmachine”, denn was der Norweger auf seinen sechs- und zwölfsaitigen Instrumenten zaubert, ist an Präzision und Schnelligkeit schwerlich zu topen.

Man wird an Heroen wie Leo Kottke erinnert; ein größeres Lob kann es für einen Fingerpicking- und Slidegitarristen, der Folk, Jazz und Blues in einer aufregenden Mixtur zusammenbringt, schwerlich geben. Und hat man Motörheads „Ace of Spades” jemals so gehört?

Oldschool-Soul mit deutschen Texten: Kann das funktionieren? Es kann, Adwoa Hackman und ihre dreiköpfige Band beweisen es. Die Wahlberlinerin ghanaisch-deutscher Abstammung singt mit derart viel Gefühl und einer wunderbar samtigen Stimme, dass Musik und Texte die Seele berühren. Das erinnert an Joy Denalane, ohne sich in Epigonentum zu erschöpfen. Versteht sich von selbst, dass sich das Publikum am Ende mit Standing Ovations bedankte. Und das nicht aus Höflichkeit.
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