Aachen - BLB-Affäre bremst Campus aus

BLB-Affäre bremst Campus aus

Von: Claudia Schweda
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Die BLB-Affäre bringt das Prestige-Projekt Campus Melaten in Verzug - der ehemalige Leiter des Aachener BLB wird vermisst. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Entwicklung der Aachener Universität gerät in den Sog der BLB-Affäre. Die RWTH stemmt angesichts der bevorstehenden doppelten Abiturjahrgänge Bauprojekte in Rekordzahl, spricht aber noch sehr zurückhaltend von einer „angesichts dessen personell nicht adäquat aufgestellten Niederlassung” des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs.

Demgegenüber klagt die Campus GmbH deutlich über die derzeit unbesetzte Leitungsposition beim BLB in Aachen, der alle Bauprojekte an Hochschulen und anderen Landeseinrichtungen umsetzt.

„Es behindert uns kolossal, dass der Macher auf der BLB-Ebene weg ist”, sagt Professor Günther Schuh, Campus-Geschäftsführer. Die Abberufung des Niederlassungsleiters sei „eine echte Bremse”. „Wir haben mit den Investoren andere Zeitpläne vereinbart”, sagt Schuh.

Langsam würden die interessierten Unternehmen, die seit Monaten Geld und Personal bereithalten, unruhig. „Es grenzt an ein Wunder, dass noch kein Investor abgesprungen ist.”

An der personellen Situation in der BLB-Niederlassung wird sich allerdings vorerst nichts ändern. Der Leiter war im Juli 2011 wegen Vorwürfen in Zusammenhang mit einem möglicherweise überteuerten Kauf des Jülicher Schlosses Kellenberg durch den BLB zunächst vom Dienst suspendiert und dann in die Düsseldorfer Zentrale abberufen worden.

Diese Abberufungszeit endet eigentlich Ende Januar, wird aber nach BLB-Angaben bis auf Weiteres verlängert. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass die Ermittlungen im Schloss-Kellenberg-Komplex in Kürze abgeschlossen sein werden.

„Ohne diese Persönlichkeit mit Unternehmergeist hätte ich das Campus-Projekt gar nicht begonnen”, sagt Schuh mit Bezug auf den abberufenen BLB-Leiter. Mit „konstruktivem Lösungswillen” sei mit ihm im Juni 2011 das Gesamtvertragswerk für den ersten Privatinvestor in ein Campus-Cluster auf dem Erbpachtgelände des Landes unter Dach und Fach gebracht worden.

Man sei davon ausgegangen, sagt Schuh, dass dieses Vertragswerk auch für alle weiteren Cluster gilt und man entsprechend schnell vorankomme. Doch im Juli wurde der Niederlassungsleiter suspendiert - und der BLB habe plötzlich „einen substanziell veränderten Erbpachtvertrag” mit völlig neu austarierter Risikohaftung für den Investor vorgelegt.

Statt wie geplant im Oktober 2011 werde das nächste Cluster deshalb frühestens ein halbes Jahr später, also im März, an den Privatinvestor vergeben werden können.

Inzwischen widme sich der einzige verbliebene Düsseldorfer BLB-Geschäftsführer Rolf Krähmer verstärkt dem Aachener Campus, doch der könne nicht alle BLB-Aufgaben vor Ort regeln. Zudem ist das Projekt für Krähmer neu.

Ursprünglich war Ex-BLB-Geschäftsführer Ferdinand Tiggemann für den Aachener Campus zuständig. Der aber gilt als Hauptverdächtiger in der weit über Schloss Kellenberg hinausreichenden BLB-Affäre - und ist seit Oktober 2010 vom Dienst suspendiert.
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