Aachen - Bistum hält frohe Botschaft noch zurück

Bistum hält frohe Botschaft noch zurück

Von: Robert Esser
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Aachen. Die frohe Botschaft lässt offiziell auf sich warten. Frühestens im Mai will die Deutsche Bischofskonferenz Zahlen veröffentlichen, die viele Kleriker und Gläubige freuen wird.

Denn der dramatische Anstieg der Kirchenaustritte im Krisenjahr 2010 hat sich im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt. Damals hatten allein im Bistum Aachen 5961 Katholiken ihrem Bischof den Rücken gekehrt - gut 1500 Menschen mehr als 2009. 2011 flachte die Welle offenbar erheblich ab. Dies belegen die Austrittszahlen, die zehn Amtsgerichte der Region jetzt auf Anfrage unserer Zeitung übermittelt haben. Die meisten schlüsseln die Austrittszahlen zwischen Katholiken und Protestanten auf.

Nicht so in Aachen: Das Amtsgericht zählte 2011 insgesamt 1661 Austrittsanträge - 167 weniger als im Jahr zuvor. Der Großteil dürfte der katholischen Kirche zuzuordnen sein, da die evangelische Kirchengemeinde in Aachen nach eigenen Angaben lediglich 260 Austritte verbuchte.

Noch erfreulicher sind die Zahlen im Jahresvergleich aus Sicht der Kirche in weiteren Amtsgerichtsbezirken: Monschau erlebte einen Rückgang um 32 Prozent - von 126 auf 86, davon nur 16 Protestanten. Düren listete 2010 noch 790 Kirchenaustritte auf, 2011 waren es 209 Fälle weniger (minus 26 Prozent) - 433 Katholiken und 148 Menschen evangelischen Glaubens. In Eschweiler wandten sich zuletzt 334 Christen ab (263 Katholiken, 71 Protestanten), 2010 waren es 94 mehr. In Heinsberg traten 2011 genau 213 Menschen (166 Katholiken, 47 Protestanten) aus der Kirche aus, 55 weniger als 2010. Jülich gab 354 Austritte (295/59) bekannt und liegt damit nur zwei Prozent unter dem Vorjahr.

In Geilenkirchen hingegen schmolz die Quote um 23 Prozent - von 226 auf 174 Gläubige. Ähnlich sinkende Werte weist Mönchengladbach auf: von 450 im Jahr 2010 auf 363 (255 Katholiken, 108 Protestanten). In Krefeld hingegen sind überdurchschnittlich viele der 935 Austritte Menschen evangelischen Glaubens zuzuordnen (329). Trotzdem lag die Austrittszahl 2010 mit 999 Menschen laut dortigem Amtsgericht noch höher - genauso wie in Kempen.

Die belastbare Hochrechnung der Austrittszahlen ergibt, dass die Austrittswelle 2011 um mehr als 15 Prozent abflachte. Kommentieren wollte dies das Aachener Generalvikariat nicht. Man warte auf die Datensätze sämtlicher Gemeinden der hiesigen Diözese, die bis Mai ausgewertet und dann von der Bischofskonferenz für ganz Deutschland präsentiert würden, hieß es.

An das Glanzjahr 2007 wird die nunmehr positive Entwicklung im Bistum Aachen aber wohl noch nicht anknüpfen können. Damals waren - vor den Missbrauchsskandalen - nur 3290 Katholiken ausgetreten. Es geht weiterhin um viel Geld. Auch wenn hier laut Generalvikariat nur jeder Dritte der 1,1 Millionen Katholiken tatsächlich Kirchensteuern abführt.
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