Bistum freut sich über gutes Geschäftsjahr

Von: Claudia Schweda
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Präsentierten den Finanzbericht des Bistums für 2014: Andreas Frick (links) und Joachim Eich. Foto: Krömer

Aachen. Der Bistumshaushalt für 2014 sieht auf den ersten Blick nicht nur erfreulich aus: Der Jahresüberschuss fällt um sage und schreibe 77 Prozent. Doch Prozentzahlen stellen glücklicherweise ein Verhältnis dar.

Und im Verhältnis zum extrem hohen Jahresüberschuss von über 80 Millionen Euro im Jahr zuvor (der vor allem auf einen Einmaleffekt aus dem Kirchensteuerausgleich zwischen den Bistümern zurückging), sehen 18,6 Millionen Euro Überschuss im Jahr 2014 eben nach viel weniger aus. Für den Finanzdirektor des Bistums, Joachim Eich, sind diese 18,6 Millionen Euro „ein Überschuss, der uns zufrieden macht“.

Der Bericht zeige „Verlässlichkeit und Kontinuität“, sagte Andreas Frick, ständiger Vertreter des Diözesanadministrators. Die gute Wirtschaftslage mit hoher Beschäftigungsquote und daraus resultierenden hohen Steuereinnahmen sind laut Eich die Grundlage für das „gute Geschäftsjahr“. Da die gute Konjunktur weiterhin anhalte, erwartet der Finanzdirektor auch für dieses Jahr weiter steigende Einnahmen durch Kirchensteuern.

Sie sind die stärkste Säule des Bistumshaushalts. Die 232 Millionen Euro Kirchensteuern machen 75 Prozent der Einnahmen aus und liegen für 2014 noch einmal um vier Millionen über dem Wert des Vorjahres. Die Aufwendungen des Bistums steigen um 15 Prozent auf knapp 307 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel davon geht an die Kirchengemeinden. Sie profitieren vor allem von den gestiegenen Aufwendungen, denn sie erhielten mit knapp 110 Millionen Euro 22,3 Millionen Euro oder rund 23 Prozent mehr Zuwendungen.

„Die uns anvertrauten Kirchensteuermittel kommen dort zum Einsatz, wo Kirche wirkt“, sagte Frick. Das sei in den Pfarrgemeinden und bei Menschen in Not. Die Kirchengemeinden hätten bis einschließlich 2018 die Zusage, dass die Mittel in dieser Höhe fließen werden. Für den Fall sinkender Kirchensteuereinnahmen sind zusätzlich 15 Millionen Euro in die Rücklagen geflossen, um diese Zusage einhalten zu können. Auch für die Altersversorgung der Mitarbeiter wurden die Rücklagen mit weiteren 21,4 Millionen Euro verstärkt.

„Wir sind für die Zukunft abgesichert, ein verlässlicher Partner und in der Lage, auch kurzfristig zu handeln, wenn es nötig ist“, sagte Frick. Als Beispiel führte er die „extrem vielfältige“ Flüchtlingsarbeit im gesamten Bistum auf, die Willkommenskultur mit Integrationsarbeit verknüpfe. Rund 160 Initiativen in der Diözese, in denen sich mehr als 3500 Ehrenamtliche engagieren, seien im vergangenen Jahr über den Migrationsfonds des Bistums mit rund 800.000 Euro gefördert worden.

Das Spektrum reicht von der Sprachförderung, Rechtsberatung, Hausaufgabenhilfe und Bewerbungscoaching bis zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen. Die ehrenamtlichen Paten der „Aachener Hände“ etwa begleiten als Lotsen unbegleitete junge Flüchtlinge, sich in Deutschland zurechtzufinden. Zudem hat das Bistum nach Fricks Worten 1,8 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit der Caritas bereitgestellt und mit einer Million Euro neuen Wohnraum geschaffen. Für dieses Jahr seien bislang 2,4 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe eingeplant. Beim Haushalt des Bistums gehe es nicht nur um Geld, sondern auch darum, was im Sinne des Evangeliums damit geschehe, sagte Frick.

Das Vermögen des Bischöflichen Stuhls, über das der Bischof selbst verfügt, belief sich dem Finanzbericht zufolge 2014 auf rund 8,7 Millionen Euro. Er erzielte 2014 Erträge in Höhe von 600.000 Euro, dem standen allerdings Aufwendungen in Höhe von 708.000 Euro gegenüber.

Domkapitel-Finanzen noch 2016?

Das Domkapitel fehlte noch bei der Vorstellung des Finanzberichts. Es hat nach eigenen Angaben die Umstellung auf die Standards des Handelsgesetzbuches noch nicht abgeschlossen. Auf Anfrage teilte Domkapitel-Sprecher Franz Kretschmann mit, dass er davon ausgeht, dass ihr Haushalt bei der Vorlage des nächsten Finanzberichtes des Bistums erstmals mit präsentiert werden kann. Das wäre noch in diesem Jahr. Denn Frick kündigte am Donnerstag an, dass der Bistumshaushalt für 2015 der erste sein soll, der noch im Folgejahr des Haushaltsjahres vorgelegt wird, also 2016. „Im Spätherbst.“

Der Finanzbericht für 2014 findet sich im Internet unter www.finanzbericht 2014.bistum-aachen.de

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