Bistum Aachen verstärkt Kampf gegen sexuellen Missbrauch

Von: kna
Letzte Aktualisierung:

Viersen. Das Bistum Aachen verstärkt seinen Kampf gegen sexuellen Missbrauch. Der Leiter der Hauptabteilung Pastoralplanung der Diözese, Heiner Schmitz, kündigte am Montagabend in Viersen an, dass zusätzlich zum Missbrauchsbeauftragten Hans-Willi Winden eine weibliche Ansprechpartnerin berufen werden soll.

Zudem wolle das Bistum eine Person benennen, die sich eigens um die Betreuung und Nachsorge von Missbrauchsopfern kümmert.

Schmitz äußerte sich bei einer Podiumsdiskussion vor Vertretern von Gemeinden am Niederrhein, in denen der wegen Missbrauch angezeigte Priester Georg K. tätig war.

Unter den Anwesenden waren auch Angehörige von Opfern und pastorale Mitarbeiter, die mit K. zusammengearbeitet hatten.

Schmitz räumte ein, dass die Kirche im Umgang mit dem sexuellen Missbrauch immer noch dazulernen und sich mit Hilfe von Fachleuten neu aufstellen müsse.

Kritik übten Angehörige, der in den Auslandsdienst nach Südafrika gewechselte und auch dort angeklagte suspendierte Geistliche K. habe von der Deutschen Bischofskonferenz finanzielle Unterstützung für seinen Anwalt bekommen.

Schmitz versicherte, dass der inzwischen wieder vom Bistum geführte Priester außer einem Mindestbetrag für seinen Unterhalt keine finanziellen Zuwendungen etwa für Anwälte bekomme.

Ehrenamtliche aus den früheren Gemeinden von K. verlangten mehr Unterstützung vom Bistum. So werde ihnen etwa von Medienvertretern unterstellt, sie hätten etwas von dem Missbrauch des Geistlichen wissen müssen. Dies sei aber nicht der Fall gewesen.

Schmitz bekundete Verständnis dafür, dass auch die Gemeinden mittelbar von den Missbrauchsfällen betroffen seien und sagte Hilfen zu.

Eine ehemalige Gemeindereferentin unter K. forderte, dass das Bistum mit den ehemaligen Mitarbeitern des Priesters die gemeinsame Zeit aufarbeite. Als Seelsorger quäle sie auch die von außen gestellte Frage, ob sie nicht aufmerksam genug gewesen seien.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert