Bistum Aachen hilft Flüchtlingen mit 3,6 Millionen

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
10759092.jpg
Die Hilfsangebote für Flüchtlinge auf Gemeinde- und Bistumsebene nehmen Monat für Monat zu: Das Bistum Aachen weiß aktuell von 160 Initiativen in den Gemeinden vor Ort. Foto: dpa

Aachen. Das Bistum Aachen hat in diesem Jahr zusätzlich 3,6 Millionen Euro für Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt. Das sagte Generalvikar Andreas Frick am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung. Zudem wurde in Viersen für 60 Flüchtlinge „die einzige Bistumsimmobilie, die dafür in Frage kam“ hergerichtet.

Ein psychosozialer Betreuer sei den Menschen zusätzlich zur Seite gestellt worden.

Eine Million der 3,6 Millionen Euro wurde oder wird noch für notwendige Umbauten von kirchlichen Gebäuden bereitgestellt, damit Flüchtlinge darin leben können. 1,8 Millionen Euro gehen an den Diözesancaritasverband: Das Geld wird gebraucht für Flüchtlingsarbeit allgemein, für geschultes pädagogisches Personal für traumatisierte Flüchtlinge oder für Fortbildungen für Ehrenamtler im Umgang mit Flüchtlingen.

Dem Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung in Mönchengladbach und Heinsberg wurden 300.000 Euro für Schulungen bewilligt. Der Mi­grationsfonds wurde auf 800.000 Euro aufgestockt, ein Nothilfefonds wurde mit 80.000 Euro ausgestattet.

Seit August finanziert das Bistum drei neue Seelsorger in den Regionen Heinsberg, Düren und Krefeld, die vor Ort Ansprechpartner für die Flüchtlingsarbeit sind. In Kempen-Viersen ist diese Stelle noch unbesetzt. Ob im Raum Aachen ein solcher Seelsorger zusätzlich nötig ist, werde gerade geprüft, sagte Frick.

So wie alle Bistümer und Landeskirchen in NRW beobachtet auch das Bistum Aachen, „dass das Ausmaß der Hilfs- und Betreuungsangebote derzeit von Monat zu Monat tendenziell weiter zunimmt“, sagte Frick. Eingegangen sind in diesem Jahr bereits 160 Projektanträge von Initiativen, die Flüchtlingen helfen wollen. Sie bieten nach Angaben Fricks Sprachunterricht, Hausaufgabenhilfe, helfen mit Kleidung, begleiten bei Behördengängen oder bieten Freizeitaktivitäten an. Daneben gebe es viele Initiativen und Hilfen vor Ort, die dem Bistum gar nicht bekannt seien.

„Wenn jemand sagt ‚Ich erwarte von Kirche mehr, als im Bistum Aachen geleistet wird‘, ist das jemand, der keine Ahnung hat“, sagt Frick. „Wir arbeiten zunächst mit den Menschen, und kümmern uns erst danach um die Öffentlichkeitsarbeit.“ Selbstkritisch räumt er ein, „dass wir vielleicht noch nicht genug mit unserem Geschirr geklappert haben“.

20 Gemeinden im Bistum hätten Räume für Flüchtlinge hergerichtet, elf davon in den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg. Die Kompetenz der Kirche liege aber weniger im Bereitstellen von Immobilien, als in dem „hochsensiblen Bereich“ der Willkommenskultur, der Seelsorge und der psychosozialen Betreuung.

Im Vergleich sind 3,6 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe im Bistum Aachen durchaus beachtlich: Paderborn hat seit Anfang 2014 insgesamt drei Millionen Euro für 184 Projekte bewilligt, Essen eine Viertelmillion. In der Landessynode der evangelischen Kirchen sind es seit Anfang 2014 etwa 1,5 Millionen Euro. Auch Protestanten lassen Flüchtlinge in Gemeinde-Immobilien einziehen. Der landesweite Umfang lässt sich aber kaum beziffern, da sie lokal unabhängig agieren.

Herausragend ist in jeder Hinsicht das Erzbistum Köln. Dort stehen für die Flüchtlingshilfe 12,5 Millionen Euro zur Verfügung. Schon im April gab es nach Angaben des Erzbistums 130 kirchliche Unterkünfte für Asylsuchende. In Köln-Kalk soll zudem ein Klarissenkloster zur integrativen Wohnanlage für Flüchtlinge und Kölner Bürger umgebaut werden. Hinzu kämen eine kaum abschätzbare Zahl von Privatunterkünften, wie sie etwa über die Facebook-Gruppe des Kölner „Neue-Nachbarn-Netzwerks“ vermittelt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert