Bischof Mussinghoff kritisiert Abwehrhaltung gegen Flüchtlinge

Von: Claudia Schweda
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„Eine gelöste, heitere, wunderbare Stimmung“: Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff blickte gestern auf ereignisreiche Monate mit vielen schönen Momenten während Heiligtumsfahrt, Karlsjahr und Festwoche zur Weihe der Chorhalle vor 600 Jahren zurück. Foto: Steindl

Aachen. Spätestens 2016 werden sich die Katholiken im Bistum an ein neues Oberhaupt gewöhnen müssen: Bischof Heinrich Mussinghoff, der im kommenden Jahr am 29. Oktober 75 Jahre alt wird und damit die kirchenrechtlich vorgesehene Altersgrenze für einen Bischof erreicht, wird sein Rücktrittsgesuch beim Papst einreichen.

Im Gespräch am Mittwoch ließ er keinen Zweifel daran, dass er das „rechtzeitig“ tun werde. „Es müssen junge Leute in die Bischofsleitung rein“, sagte er. Seit Dezember 1994 steht Mussinghoff an der Spitze der Aachener Diözese. „Es muss Erneuerung kommen.“ Seinem Bistum wünscht er einen Nachfolger, der auf die Menschen zugehen kann und der einen Blick für die hat, denen es nicht so gut geht. „Ein Mann mit Herz“, lautet Mussinghoffs Zusammenfassung.

Der Aachener Bischof schaut mit diesem Blick aktuell auf die Flüchtlinge, die zu uns kommen. Ihn ärgert die „schreckliche Einstellung“ vieler Menschen, dass Flüchtlinge nur unser Geld wollten. Er würde sich wünschen, dass sie als die Bereicherung angesehen würden, die sie für die deutsche Gesellschaft seien. Viele seien bestens ausgebildet und könnten den Fachkräftemangel beheben helfen. „Wie kann man diesen Menschen helfen, an den richtigen Platz zu kommen?“, fragte Mussinghoff.

Der Bischof möchte sich deswegen angesichts der vielen internationalen Krisenherde, die die Menschen zur Flucht zwingen, nun zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Hilfsangebote für Flüchtlinge es durch die Gemeinden und kirchlichen Organisationen bereits gibt. Dann könne man schauen, was genau fehlt.

Chorhallen-Fest: 50000 Besucher

Mussinghoff hatte am Mittwoch zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ Journalisten eingeladen und Bilanz nach einem ereignisreichen Jahr gezogen. Er schwärmte von der Heiligtumsfahrt als einem „Gemeinschaftserlebnis, das vielen gut getan hat“. Der Beitrag des Domkapitels zu den drei Aachener Karlsausstellungen läuft noch bis zum 18. Oktober in der Domschatzkammer.

Gerade abgeschlossen ist die Festwoche zur Weihe der Chorhalle vor 600 Jahren. Nach Angaben von Generalvikar Manfred von Holtum haben rund 50.000 Menschen in der vorigen Woche die Angebote genutzt. Täglich seien während der Festwoche zwischen 5000 und 7000 Menschen zu Konzerten, Vorträgen, Führungen und den Stundengebeten im Dom gewesen. „Das sind mehr als doppelt so viele wie sonst üblich.“ Domkapellmeister Berthold Botzet wünscht sich eine Fortsetzung des Europäischen Festivals Geistlicher Musik: „Der große Zuspruch verlangt eigentlich nach einer Wiederholung.“

Bischof Mussinghoff freut sich über die positive Botschaft, die die katholische Kirche in diesem Jahr ausgesendet habe. Gerade die Heiligtumsfahrt habe deutlich gemacht, „dass Glaube auch heute noch Menschen ansprechen kann“.

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