Aachen - Bischof gesucht, Menschen gefunden

Bischof gesucht, Menschen gefunden

Von: Bernd Mathieu
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„Das war menschlich sehr angenehm“, sagt Dompropst Manfred von Holtum über sein erstes Treffen mit dem neuen Aachener Bischof, Helmut Dieser. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Manfred von Holtum ist, so formuliert er es, „sehr, sehr zufrieden“. Den neuen Aachener Bischof hat der Dompropst erst kennengelernt, als er Weihbischof Helmut Dieser fragte, ob er die Wahl annehme. Und wie war von Holtums erster persönlicher Eindruck? „Zunächst: Er stammt aus Neuwied, das heißt, er ist Rheinländer. Und ich meine, dass man das auch merkt.“

Dieses für Aachen nicht unwesentliche Qualitätsmerkmal freut den Dompropst, und „besonders positiv“ sei auch: „Der hat dieselbe Frisur wie ich.“ Helmut Dieser sei ein sehr sympathischer Mensch: Das hätten der bisherige Generalvikar Andreas Frick und er beim ersten Besuch am vergangenen Samstag in Trier schnell festgestellt, als man bei einem gemeinsamen Frühstück das erste persönliche Gespräch führte. „Das war menschlich sehr angenehm.“

Der Aachener Dompropst schätzt sehr die Erfahrungen, die Helmut Dieser im Bistum Trier gemacht habe. „Trier ist mit Aachen gut vergleichbar. Das Bistum Trier hat mit Saarbrücken, Koblenz und Trier drei Großstädte, wir mit Krefeld, Mönchengladbach und Aachen. Beide Bistümer haben sehr viele ländliche Gebiete, etwa die Eifel.“ Trier sei in der pastoralen Ausrichtung Aachen sehr verwandt und habe ähnlich wie Aachen mit der Zusammenführung der Gemeinden schon früh begonnen. Dieser stehe eindeutig für pastorale Offenheit und passe damit sehr gut in die Reihe der letzten vier Aachener Bischöfe.

Dieser habe in Trier sehr engagiert in der Diözesansynode mitgewirkt und mehrfach das Grundlagenpapier „Miteinander Kirche sein“ herausgestellt. In ihrem ersten Gespräch habe er betont, dass die Qualität der Liturgie wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt werden soll. Dieser sei zudem in Trier für die Ökumene verantwortlich gewesen.

Für einige sei es durchaus überraschend gewesen, dass der Trierer Weihbischof auf der Wahlliste gestanden habe, sagte der Dompropst weiter. Der Nuntius in Berlin habe sich, so von Holtums persönlicher Eindruck, „ehrlich bemüht, jemanden zu finden, der zum Bistum Aachen passt“. Alles sei sehr schnell gegangen, sagt von Holtum – von der Information durch den Nuntius in Berlin (der Dompropst reiste in aller Eile mit dem Nachtzug in die Hauptstadt, um die Liste mit den drei Wahlvorschlägen abzuholen), über die Entscheidung im Domkapitel bis zum Gespräch in der Staatskanzlei mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Das Landeskabinett, das offizielle zustimmen muss, habe zügig beschlossen, dass es keine politischen Bedenken gebe. So habe der Nuntius sofort die entsprechenden Rückmeldungen bekommen: „Das war der schnellstmögliche Weg.“

Am Montag dieser Woche hatte der Nuntius eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Der habe gefragt: „Wie steht es denn mit dem Bistum Aachen und dem neuen Bischof?“ Eine Äußerung, die Manfred von Holtum und seinem Optimismus Rückenwind gibt: „Ich habe die Hoffnung, dass der Papst bei seinem Deutschland-Besuch im nächsten Jahr vielleicht doch nach Aachen kommt.“

Warten wir es ab! Nächste Woche Mittwoch wird der neue Bischof sich in Aachen vorstellen.

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