Aachen - Bibbern und schlittern im Zoo

Bibbern und schlittern im Zoo

Von: cs/dpa
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Ihre Heimat ist Südafrika, und Eis ist ihnen eigentlich fremd: Den Brillenpinguinen kommt der strenge Winter ziemlich ungelegen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ausgangssperre für Zebras und Flamingos, badefrei für Brillenpinguine: die eisigen Temperaturen haben den Alltag im Aachener Tierpark und anderen nordrhein-westfälischen Zoos verändert.

Während Eisbären dank behaarter Fußsohlen rutschfrei Tag und Nacht durchs Freigehege schlurfen, herrscht unter den Wärmelampen und auf den Heizmatten bei den Erdmännchen großes Gedränge. In vielen Raubtiergehegen besteht das Risiko, dass Tiger & Co nun gefrorene Wassergräben für Fluchtversuche über die Absperrungen hinweg nutzen.

Im Aachener Tierpark toben und schlittern die Luchse durchs Gehege. Sie haben offensichtlich Spaß am Winterzauber, rollen sich durch den Schnee, lecken sich die Kristalle von den Pfoten. Mit ihrem dicken Fell sind sie unzweifelhaft gut gerüstet für die derzeitige Witterung. Das ist nicht bei allen Tieren so. „Schwierig ist die Situation für die Brillenpinguine”, sagt Wolfram Graf-Rudolf, Leiter des Euregio-Zoos. Die Tiere, deren Lebensraum in freier Wildbahn das südliche Afrika ist, kennen kein zugefrorenes Wasser.

„Sollten sie durch Eislöcher eintauchen wäre die Gefahr groß, dass sie unter dem Eis ertrinken”, sagt Graf-Rudolf. Deswegen wurde ihr Außenbecken mit einem Netz gesichert. Für die Tiere sei die badefreie Zeit nicht weiter schlimm. „Sie werden nur ein bisschen schmutziger”, weil sie den Dreck aus ihren Höhlen nicht loswerden. Noch sind sie im Außengehege. Das wird sich ab minus 20 Grad ändern. Dann wären ihre Flipper in Gefahr.

In Aachen stehen die Zebras, Flamingos und Pelikane unter Hausarrest. Die beiden Vogelarten verlieren über ihre großen Füße zu viel Wärme, „und so ein Pelikan kann schonmal auf dem Wasser festfrieren”. Die Zebras sind Graf-Rudolf einfach zu wild. „Wir haben Angst, dass die sich auf dem vereisten Gelände die Knochen brechen.”

Grundsätzlich kämen die Tiere im Aachener Tierpark gut mit den Witterungsverhältnissen zurecht. „Wir schaffen uns ja keine Tierart an, die wir im Winter nicht halten können”, sagt der Tierparkleiter. Teilweise müssen eben nur die Bedingungen angepasst werden - so wie für die Erdmännchen. In ihrem „Termitenhügel” kuscheln sie sich auf einer Heizmatte aneinander - und sind durch eine Scheibe zu sehen. Das Wasser, das immer wieder einfriert, bringen die Pfleger in Kanistern mehrmals am Tag. Und laufen dabei weite Wege: Die Außen-Wasserleitungen mussten abgestellt werden.

Im Duisburger Zoo dürfen die Elefanten wegen der Kälte nur stundenweise nach draußen, berichtet Zoo-Sprecher Volker Grün. Sie verlieren über ihre großen, stark durchbluteten Ohren einfach zu viel Wärme. Außerdem fetten ihnen die Pfleger Ohren und Füße mit Melkfett ein, damit sie nicht einfrieren. Die Giraffen müssen ganz in den beheizten Anlagen bleiben, weil die Gefahr zu groß ist, dass sie sich auf den vereisten Außenflächen die langen Beine brechen.

Im Gelsenkirchener Zoo wurde vorsorglich der Wasserspiegel im Eisbärengehege gesenkt, damit die Tiere nicht versuchen, mit einem Satz von der vereisten Fläche aus über die Absperrung ins Freie zu springen. Die Nashörner haben sich schon beim ersten Wintereinbruch eine dicke Erkältung geholt, bekommen Medikamente und müssen deswegen im Innenbereich bleiben. Gemütlich machen es sich dagegen die Braunbären. Sie haben den Schnee einfach beiseite geräumt, sich Kuhlen gegraben und halten darin tagsüber ihre Winterruhe ab.
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