Köln - Bewährung für Ex-Müllunternehmer Trienekens

Bewährung für Ex-Müllunternehmer Trienekens

Von: dpa
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Müllcontainer Trienekens
Der frühere Entsorgungsunternehmer Trienekens muss sich wegen Untreue vor dem Kölner Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Zahlungen ohne korrekte Gegenleistung an Schweizer Unternehmen veranlasst zu haben, die ebenfalls zum Trienekens-Konzern gehörten. Foto: dpa

Köln. Der ehemalige Müllunternehmer Hellmut Trienekens ist am Dienstag vom Kölner Landgericht wegen schwarzer Kassen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Gleichzeitig entschied das Gericht, dass der 72-Jährige eine Geldstrafe von gut einer Million Euro und eine Bewährungsauflage in gleicher Höhe an die Staatskasse zahlen muss. Trienekens war mit Blick auf Schmiergeldzahlungen beim Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage in die Schlagzeilen geraten. Der Skandal war 2002 aufgedeckt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn angeklagt, weil er von 1996 bis 2002 umgerechnet 7,3 Millionen Euro mittels fingierter Rechnungen an Schweizer Tochterfirmen seines Konzerns gelenkt haben soll. Die Summe sei in schwarze Kassen geflossen, aus denen Schmiergelder gezahlt wurden. Trienekens hatte gestanden.

„Ich möchte mich für den gesamten Sachverhalt außerordentlich entschuldigen”, sagte Trienekens zum Abschluss des Prozesses. Zuvor hatten sich Staatsanwälte und Verteidiger mit den Richtern auf ein schnelles Urteil geeinigt. Ursprünglich war der Prozess bis zum Herbst terminiert. Aus Rücksicht auf die Herzkrankheit von Trienekens sollte das aber verkürzt werden. Während der Verhandlungen wurde er stets von zwei Notärzten begleitet.

Richter Ralf-Peter Sossna sagte, Trienekens habe einen „sehr hohen Verschleierungsaufwand” bei der Einrichtung der schwarzen Kassen betrieben. Es habe immer fingierte Schriftwechsel gegeben, die eine angebliche Gegenleistung für die Zahlungen an Schweizer Briefkastenfirmen erklären sollten. In einigen Fällen seien auch Scheinleistungen erbracht worden. Untreue wurde angenommen, weil neben Trienekens auch andere Partner an dem Konzern beteiligt waren und so in ihrem Vermögen geschädigt wurden.

Nach Abzug von 30 Prozent Verwaltungskosten hätten die Erlöse der Briefkastenfirmen Hellmut Trienekens persönlich zur Verfügung gestanden. Trienekens habe sich selbst aber nicht bereichert. Aus den schwarzen Kassen sind offenbar überwiegend Schmiergelder gezahlt worden. Unter anderem habe ein früherer Entsorgungs-Manager aus dem Rhein-Sieg-Kreis davon profitiert. Der Verbleib der meisten Gelder ließ sich aber nicht mehr nachvollziehen.

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