Düsseldorf/Bedburg-Hau - Beuys-Witwe fordert Werke und Archiv zurück

Beuys-Witwe fordert Werke und Archiv zurück

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Schloss Moyland
Die Familie des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) fordert zahlreiche Kunstwerke zurück, die im Museum Schloss Moyland am Niederrhein gezeigt werden. Foto: dpa

Düsseldorf/Bedburg-Hau. Die Familie des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986) fordert zahlreiche Kunstwerke zurück, die im Museum Schloss Moyland am Niederrhein gezeigt werden. Auch das dort aufbewahrte Beuys-Archiv mit zehntausenden Dokumenten zu Leben und Werk des weltbekannten Künstlers müsse teils zurückgegeben werden, fordern die Witwe Eva Beuys und ihre beiden Kinder.

Das umfangreiche Archivmaterial sei ohne Einwilligung der Erben 1990 in die Museums- Stiftung eingebracht worden; auch etliche Kunstwerke befänden sich nicht im Eigentum der Stiftung, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegenden Brief des Rechtsanwaltes der Beuys- Erben.

Nordrhein-Westfalens Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse- Brockhoff sagte am Donnerstag: „Für uns ist es wichtig, die ganze Angelegenheit jetzt nüchtern juristisch prüfen zu lassen”. Er könne sich das Ziel der Erben und den Zeitpunkt des Vorstoßes bald 20 Jahre nach der Stiftungsgründung nicht erklären, betonte der Kulturpolitiker.

Der Umgang mit den Beuys-Arbeiten und -Dokumenten in Museum und Archiv sei sowohl kunstwissenschaftlich als auch verwaltungstechnisch so mangelhaft, dass der Ruf des Künstlers nicht nur in seinem Heimatland, „sondern weltweit nachhaltig” Schaden nehmen könne, heißt es in dem 14-seitigen Anwaltsschreiben, das aus dem Blickwinkel der als „Beuys-Estate” firmierenden Familie zahlreiche gravierende Beschwerden auflistet. So gehe es etwa um Verletzungen des Urheberrechtes und falsche Werktitel bei Ausstellungen ebenso wie um einen „Eklat”, den die Sammler und Stifter van der Grinten im Umgang mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) als dem Vorsitzenden des Museums-Stiftungsrates ausgelöst hätten.

Insgesamt gleiche Schloss Moyland, dessen Museums-Stiftung von der Sammlerfamilie van der Grinten, den ehemaligen Eigentümern des Schlosses und dem Land NRW getragen wird, „eher einem Heimatmuseum”, kritisiert Eva Beuys.

Die Familie habe die Absicht, nach der „unverzüglichen Herausgabe” die Beuys-Werke und Archivalien „dem Willen des Künstlers entsprechend” in Düsseldorf als der langjähriger Wirkungsstätte des Kunstprofessors wieder zugänglich zu machen. Hierzu könne etwa mit dem Bundesland eine neue Stiftung entstehen. Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff widersprach hingegen: Eine Verlagerung des Beuys- Archivs in die Landeshauptstadt komme „auf keinen Fall in Betracht”. Er habe keine Erklärung für den Vorstoß der Erben, gerade jetzt, wo es dank der bald anstehenden Ernennung einer neuen Museumsleitung „mit Moyland vorangeht”.

„Es geht in keinem Fall darum, diese Werke zu verkaufen”, betonte Beuys-Anwalt Prof. Gerhard Pfennig. Der genaue Umfang des von der Familie eingeforderten Beuys-Konvolutes lässt sich nach Angaben des Anwaltes „derzeit nicht ermitteln, da in Moyland keine geeigneten Bestandslisten vorliegen”.
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