Betrugsvorwurf bei U-Bahn: Staatsanwälte prüfen

Von: dpa
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U-Bahnbau in Düsseldorf
Ein Bauarbeiter steht am Mittwoch (24.02.2010) an einer U-Bahn-Baustelle am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf. Nach Betrugs-Vorwürfen auch beim Bau der Düsseldorfer U-Bahn verschärft die Bezirksregierung die Kontrolle über das Großprojekt und lässt landesweit Bauwerke prüfen. Für die technische Aufsicht bei der U-Bahn würden auch unabhängige Gutachter eingesetzt, teilten das NRW-Verkehrsministerium und das Regierungspräsidium am Mittwoch mit. Foto: Julian Stratenschulte dpa/lnw (zu lnw 7259 vom 24.02.2010) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Düsseldorf. Im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen beim Bau der U-Bahn in Düsseldorf sollen am Montag zwei Staatsanwälte die Baustelle in Augenschein nehmen.

Das sagte der Sprecher der Düsseldorfer Anklagebehörde, Johannes Mocken, am Samstag. Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens entschieden.

Unterdessen soll ein Bauarbeiter der Firma Bilfinger Berger seinem Arbeitgeber die Manipulation von Protokollen beim Düsseldorfer U-Bahn-Bau gestanden haben. Das berichtete der „Kölner Stadt- Anzeigers” (Samstag) unter Berufung auf einen Sprecher des Firmenkonsortiums, das die Kölner U-Bahn baut. Die Aussage sei an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Deren Sprecher sagte dazu: „Das ist für die Staatsanwaltschaft nichts Neues”. Entsprechende Unterlagen seien der Anklagebehörde bereits überreicht worden. Die Kommune, die derzeit wie ihre Nachbarstadt Köln eine neue U-Bahn-Linie baut, hatte vor knapp zwei Wochen Anzeige erstattet, nachdem auch in Düsseldorf gefälschte Bauprotokolle aufgetaucht waren.

Die Zeitung berichtete, der suspendierte Mitarbeiter habe angegeben, die für die Vermessung der Schlitzwände notwendigen Geräte seien gelegentlich ausgefallen. In diesen Fällen seien die fehlenden Daten für die Protokolle „frei erfunden” worden. Dies sei etwa deshalb geschehen, um pünktlich Feierabend zu machen. Die erfundenen Daten aber seien „in dem Bewusstsein nachgetragen worden, dass die Schlitzwände korrekt gesetzt wurden”.

Ein Sprecher des Firmenkonsortiums widersprach der Darstellung, dass Daten frei erfunden worden seien. Wo die anfällige Technik nicht zur Verfügung stand, hätten die Mitarbeiter aufgrund ihrer Erfahrung und bestimmter visueller Gegebenheiten die Protokolle erstellt. Die Schlitzwände sollen die Baugruben unter anderem vor Grundwasser schützen. Hinsichtlich der U-Bahn in der Landeshauptstadt besteht der Verdacht, dass die Protokolle von 27 Wandabschnitten gefälscht wurden.

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