Betrug mit Ankauf von Lebensversicherungen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Millionbetrug Nideggen lebensversicherungen
Die ehemalige Geschäftsführerin der Firma Dr. Mayer & Cie GmbH aus Nideggen hat am Freitag vor einer Wirtschaftsstrafkammer am Aachener Landgericht die ihr zur Last gelegten mehr als 500 Betrugsvorwürfe bestritten. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Düren. Die ehemalige Geschäftsführerin der Firma Dr. Mayer & Cie GmbH aus Nideggen hat am Freitag vor einer Wirtschaftsstrafkammer am Aachener Landgericht die ihr zur Last gelegten mehr als 500 Betrugsvorwürfe bestritten.

„Ich habe vielleicht manchmal die Augen zugemacht. Aber ich hatte niemals kriminelle Absichten”, sagte sie.

Christina S. (39) soll in der Nachfolge ihres 2009 verstorbenen Vaters mit der Firma Lebensversicherungen angekauft haben, ohne später die vereinbarten Leistungen vollständig zu erbringen.

Die Kunden, die ihre Lebensversicherungen an die GmbH übertrugen, bekamen sofort etwa 70 Prozent des Kaufpreises ausgezahlt. Die Gesamtsumme sollte dann in Raten gezahlt werden und lag deutlich über dem Rückkaufswert der Versicherungen.

Ab 2009 aber blieben laut Staatsanwalt die Raten in 522 Fällen aus. Die Angeklagte soll die Gläubiger insgesamt um 2,3 Millionen Euro betrogen haben, etwa eineinhalb Millionen Euro soll sie für private Zwecke, unter anderem für Immobilien, genutzt haben.

Vor der Kammer erläuterte sie, dass sie das verschachtelte Firmenimperium nach dem Tod ihres Vater übernommen habe, es aber aus gesundheitlichen Gründen nicht habe weiterführen können. Dann habe sie sich im Jahr 2010 entschlossen, die Firmen zum Insolvenzverfahren anzumelden oder aber zu verkaufen.

Tatsächlich hatten dann laut Staatsanwaltschaft sogenannte „Firmenbestatter” aus Berlin und Bremen die Zerschlagung der Einzelfirmen, die unter einer Holding organisiert waren, in die Wege geleitet.

Die 39-Jährige wurde Anfang November 2011 festgenommen, als sie aus London zu Besuch bei ihrer Mutter war, die in den Niederlanden lebt. Das Betrugsverfahren soll bis zum 5. Dezember gehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert