Maastricht - Betriebsspionage: Niederländischer Bahn-Chef gefeuert

Betriebsspionage: Niederländischer Bahn-Chef gefeuert

Von: hau
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Ein Arriva-Zug fährt in den Münchner Hauptbahnhof ein: Die DB-Tochter übernimmt ab 2016 den öffentlichen Nahverkehr in der niederländischen Provinz Limburg. Foto: stock/Ralph Peters

Maastricht. Die Affäre um die zwei Milliarden schwere Neuvergabe des Öffentlichen Nahverkehrs in der Provinz Limburg von 2016 bis 2031 weitet sich aus und hat endgültig eine landesweite Dimension angenommen. Timo Huges, der Spitzenmann der staatlichen Eisenbahngesellschaft Nederlands Spoorwegen (NS), musste zurücktreten - weil er gelogen hat.

Er hatte bis zuletzt beteuert, von den Machenschaften des NS-Tochterunternehmens Biallo nichts gewusst zu haben. Ein neues Dokument belegt nun aber, dass er schon vor einem Jahr über die unsauberen Vorgänge inklusive Betriebsspionage informiert war. Daraufhin wurde ihm von Finanzminister Jeroen Dijsselbloom und dem Aufsichtsrat das Vertrauen entzogen.

Huges muss das Unternehmen ohne Abfindung verlassen, ebenso wie zuvor schon Abiello-Direktor Jeff Hoogesteger. Um die Vergabe der ÖPNV- Rechte hatte es schon im Frühjahr Turbulenzen gegeben. Im Februar hatte die Provinzverwaltung Abellio die Lizenz zugesprochen und deren Angebot den Konkurrenten Arriva und dem bisherigen Lizenzhalter Veolia vorgezogen.

Ende April jedoch wurde dieser Beschluss wegen eines Falles von Betriebsspionage zurückgenommen. Schlüsselfigur war der frühere Veolia-Direktor René De Beer. In der Zeit vor seinem Abschied im April 2014 gab De Beer vertrauliche Interna an die NS-Tochter weiter.

Sollte Abellio die damals laufende Vergabeprozedur gewinnen, winkte De Beer im Gegenzug eine Stellung als Direktor. Die Provinz hatte wegen des Skandals jedoch Abiello den Auftrag wieder entzogen und der DB-Tochter Arriva übertragen.

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