Aachen - Bessere Stimmung für das Semesterticket

Bessere Stimmung für das Semesterticket

Von: Axel Borrenkott
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Vielfahrer: Studenten sind die
Vielfahrer: Studenten sind die großen Nutzer des AVV. Nun sollen ihre recht günstigen Tarife erhöht werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es bleibt spannend, ob sich das Studierenden-Parlament auf seiner Sondersitzung am kommenden Montag für oder gegen die Verlängerung des Semestertickets entscheiden wird. Immerhin haben sich die Vertreter der Studierenden und des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) am Freitag aufeinander zubewegt.

Über das Ergebnis des Vermittlungsgesprächs im Aachener Rathaus wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Es „sieht aber gut aus”, soviel durfte man sagen.

Nachdem das Verhältnis zwischen den Vertretern der Studierenden und dem Geschäftsführer des AVV, Hans Joachim Sistenich, in den vergangenen Wochen recht konfrontativ und ultimativ geworden war, hatte der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp für Freitag zu einer Vermittlungsrunde geladen.

„Im Prinzip ganz gute Lösung”

Gut zwei Stunden dauerte die Sitzung bis in den Abend hinein. Eine fertig vereinbarte Lösung gibt es aber noch nicht, soviel steht fest. Doch habe man sich „aufeinander zubewegt, und zumindest ist die Stimmung wieder besser”, bestätigen jedenfalls der AStA-Vorsitzende Bela Brenger sowie Alexander Buchheister, Vorsitzender der größten Fraktion (Alfa) im Parlament.

Während die Sprecherin des OB nur sagen darf, dass „für Montag etwas vorbereitet wird”, und Sistenich die Zeitung nicht erreicht hat - aber am Montag auf der Sitzung des Parlaments zugegen sein will - lassen Brenger und Buchheister deutlich genug erkennen, dass man „im Prinzip eine ganz gute Lösung gefunden” habe. Daran müsse über das Wochenende aber noch im Detail gearbeitet werden. Montagmorgen soll ein für alle zugänglicher Vorschlag verfügbar sein.

Offenkundig ist, dass diese Studierenden-Vertreter das Semesterticket nicht scheitern lassen wollen. Zustimmen muss aber am Montagabend das 41-köpfige Parlament mit einer Zweidrittel-Mehrheit von 28 Stimmen. Die öffentliche Sitzung in der Couvenhalle beginnt um 19.30 Uhr.

Ein mitunter dramatischer „Verhandlungspoker” (Sistenich) hatte in den letzten Wochen zu einem „gewaltigen Flurschaden” und fast zum Aus für das an sich sehr begehrte Semesterticket in Aachen geführt. Am 14. Dezember hatte das Studierenden-Parlament der RWTH einstimmig die vom AVV geforderte Preiserhöhung von 61,49 auf 71,54 Euro pro Halbjahr für den Anteil des Verkehrsverbunds am Ticket abgelehnt. Das aber konnten in der Öffentlichkeit und auch unter den normalen Studierenden der Hochschule viele nicht nachvollziehen.

Dabei war es nicht leichtfertig. Die Vertreter der Studierenden, die sich „vom AVV über den Tisch gezogen” fühlten, hatten sich ausgesprochen viel Mühe gemacht und säuberlich vorgerechnet, warum ihrer Ansicht nach die verlangte Erhöhung von 16,3 Prozent per anno überzogen, ja „eine Unverschämtheit” sei. Ganze Arbeitskreise in der Uni widmen sich diesem - sehr komplexen -Thema.

AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich war gleichwohl „entsetzt” über die Ablehnung, die „das Solidarprinzip aushebelt”, und wetterte: „Studenten fahren günstiger als jede andere Kundengruppe des AVV.” Umgerechnet sei sogar das Sozialticket für Hartz-IV-Empfänger mit 27 Euro pro Monat mehr als doppelt so teuer wie der AVV-Anteil am Semesterticket.

Letzte Möglichkeit

Unverständlich fand Sistenich zudem, dass RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg ein gewisses Verständnis für die Haltung der Studenten bekundete. Auch ein zweites „definitiv letztes Angebot” des AVV, eine kurzfristige Erhöhung um die Hälfte, die aber langfristig noch teurer geworden wäre, lehnten die Studenten kurz vor Weihnachten rundweg ab. Doch weder dieser noch ihr eigener Kompromissvorschlag dürfte bei der nun angestrebten Lösung noch eine Rolle spielen.

Nach der langen Verschiebung drängt nun die Zeit: Bis zum Beginn der Rückmeldefrist der RWTH am 16. Januar muss der Vertrag mit dem AVV stehen.

Die Studentenvertreter der FH Aachen hatten die Erhöhung übrigens längst passieren lassen.
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