Bergbau löste Beben in Bergheim am 22. Dezember aus

Von: Marlon Gego
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Der Tagebau Bergheim im Januar 1998. Der Tagebau wurde in den vergangenen Jahren mit Abraum aus dem Tagebau Hambach verfüllt und rekultiviert. Im Hintergrund liegt das Kraftwerk Niederaußem, das nach wie vor in Betrieb ist. Foto: Archiv/Rheinbraun
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Am westlichen Rand des 2002 stillgelegten Tagebaus befand sich das Epizentrum des Erdbebens.

Bergheim. Das Erbeben, das kurz vor Weihnachten die Stadt Bergheim erschüttert hat, ist eine Folge des Braunkohleabbaus im Rheinischen Revier. Das bestätigte am Mittwoch ein Sprecher des Energiekonzerns RWE auf Anfrage unserer Zeitung.

Am 22. Dezember hatte die Erde in Bergheim um 7 Uhr mit einer Stärke von 2,4 gebebt. Größere Schäden entstanden nicht, kleinere seien jedoch „an etwa 30 Häusern gemeldet worden“, sagte RWE-Sprecher Guido Steffen.

Bereits am Tag des Bebens hatte der Leiter der Erbebenstation Bensberg, Klaus-Günter Hinzen, erklärt, dass die Ursache des Erdbebens nicht etwa eine tektonische Verschiebung sei, sondern dass sie im Zusammenhang mit dem Braunkohleabbau im Rheinischen Revier stehe. Sehr wahrscheinlich sei ein Anstieg des Grundwassers für das Beben ursächlich gewesen.

RWE hatte dies zunächst als „Spekulation“ bezeichnet, doch noch am selben Tag auf Anfrage unserer Zeitung eingeräumt, das Abpumpen von Grundwasser rund um den 2002 geschlossenen Tagebau Bergheim „in den letzten Jahren“ reduziert zu haben, was Hinzens Vermutung unterstrich. Denn je weniger gepumpt wird, desto stärker steigt der Grundwasserspiegel in Bergbaugebieten wieder an.

RWE-Sprecher Steffen bestätigte am Mittwoch, dass es „sehr wahrscheinlich“ so gewesen sei, wie Hinzen seinerzeit skizziert habe. Das Epizentrum des Erdbebens hatte am Rand des früheren Tagebau Bergheim gelegen, der inzwischen verfüllt ist.

Erdbeben sind in Braunkohleabbaurevieren keine Seltenheit. In den vergangenen drei Jahren habe es im Rheinischen Revier jährlich bis zu vier Erdbeben gegeben, in den Jahren davor seien es „etwa ein Dutzend pro Jahr“ gewesen, sagte Erdbebenstationsleiter Hinzen.  Allerdings habe keines dieser Beben eine Stärke von 1,0 überschritten, weswegen die Bewohner des Reviers nichts von den Beben mitbekommen hätten. Das letzte Beben, das ähnlich stark war wie das am 22. Dezember, habe es im Rheinischen Revier in den 90er Jahren gegeben. 

RWE erklärte am Mittwoch, dass die Prüfung der Erdbebenschäden an den etwa 30 Wohnhäusern in Bergheim bereits laufe. „Wir gehen den Schadensmeldungen kulant, bürgerfreundlich und schnell nach“, sagte RWE-Sprecher Steffen.

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