Benefizkonzert im Dom: Welch ein Abend, welch eine Solidarität

Von: Katrin Fuhrmann
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So wie sonst nur an Weihnachten: Im Aachener Dom bleib am Donnerstagabend kein einziger Platz frei, viele Besucher mussten stehen. Foto: Steindl (2), Johnen, Bienwald
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Der Grund: Ein Benefizkonzert für Flüchtlinge, das die größte jemals im Dom gesammelte Kollekte zum Ergebnis hatte, mehr als 11.000 Euro. Foto: Steindl (2), Johnen, Bienwald
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Parallele Konzerte: Wie im Aachener Dom, gab es Donnerstagabend Benefizkonzerte für die Flüchtlingshilfe im Bistum Aachen auch in der Dürener Kirche Mariä Himmelfahrt mit dem Gospelchor „More than Gospel“... Foto: Steindl (2), Johnen, Bienwald
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...und in Geilenkirchen in St. Johann Baptist mit dem Jungen Chor Hünshoven, dem Kirchenchor St. Katharina Immendorf (beide im Bild) und einem Instrumentenduo. Foto: Steindl (2), Johnen, Bienwald

Aachen. Die große Solidarität mit Flüchtlingen hat sich am Donnerstagabend bei den Benefizkonzerten zugunsten der Flüchtlingshilfe im Bistum Aachen gezeigt. Im Aachener Dom verwandelten 250 Musiker und Sänger diesen ganz besonderen Ort mit ihren gefühlvollen Liedern zu einem Ort der Anerkennung.

Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, der das Benefizkonzert moderierte, sprach nicht ohne Grund von einem außergewöhnlichen Abend. Außergewöhnlich, weil die Flüchtlinge den Menschen etwas Wert sind. Jeder der rund 1000 Besucher an diesem Abend setzte mit seiner Anwesenheit ein Zeichen der Solidarität gegenüber all denjenigen, die auf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung und schwierigen Lebensumstände in unserer Region landen.

Das Gefühl der Nächstenliebe und der bedingungslosen Hilfsbereitschaft spiegelte sich in den Liedern der verschiedenen Chöre wider. Die einzigartige und sakrale Atmosphäre des Doms sorgten im Verbund mit den kraftvollen Stimmen der Sänger für Gänsehautmomente der besonderen Art.

Die größte Kollekte im Dom

Denn es waren nicht zuletzt die Geschichten der besonderen Gäste, die zum Nachdenken anregten. Anna Klein, die mit ihrem Projekt „Aachener Hände“ Paten für junge Flüchtlinge gesucht und gefunden hat, betonte wie wichtig es sei, vor allem den unbegleiteten jungen Flüchtlingen unter die Arme zu greifen. Sie seien ab ihrem 18. Geburtstag völlig auf sich allein gestellt. Die Realität zeige aber, dass viele in ihrer neuen Umgebung gar nicht zurechtkämen. „Die Hilfsbereitschaft ist so unglaublich. Mittlerweile haben wir schon 80 Paten finden können, die den jungen Flüchtlingen helfen, den Alltag in Aachen zu meistern.“

Für ihre Arbeit bekommt Klein viel Applaus und Anerkennung, ebenso wie das pensionierte Lehrerehepaar Koch. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlingen Deutsch beizubringen. „Man muss nicht ausgebildeter Lehrer sein, um den Flüchtlingen die Sprache beizubringen“, ist sich das Ehepaar sicher. Vielmehr gehe es darum, die Flüchtlinge zunächst fit für den Alltag zu machen, damit sie sich beim Arzt und im Supermarkt verständigen können.

Auch Andreas Schmitter, Fotograf aus Aachen, unterstützt die Flüchtlinge auf ihrem Weg. „In den Sommerferien habe ich gemeinsam mit den unbegleiteten jungen Flüchtlingen ein Fotoprojekt verwirklichen können“, erzählt Schmitter mit großer Freude. „Die Dankbarkeit der Flüchtlinge zu sehen, ist ein unglaublich schönes Gefühl“, sagt er.

Am Ende des Benefizkonzerts, das wohl bei allen Anwesenden viel Eindruck und Nachdenklichkeit hinterlassen hat, wird beim gemeinsamen Singen des Liedes „Herr wir bitten komm und segne uns“ deutlich, dass alle, die sich im Dom an diesem Abend versammelt haben, die Flüchtlinge willkommen heißen. Und das zeigen alle Anwesenden auch in Form einer großen Geste. Viele große und kleine Scheine landen in der Kollekte. In kürzester Zeit sind die ersten Körbe bis an den Rand gefüllt. Die beachtliche Summe von 11089,40 Euro ist die größte jemals gesammelte Kollekte im Aachener Dom.

Zwei weitere Konzerte parallel

Parallel fanden in Geilenkirchen und Düren ähnliche Benefizkonzerte statt. Allein in Geilenkirchen kamen 500 Menschen zu einem ebenso beeindruckenden Abend zusammen, die am Ende die ebenso beachtliche Summe von 5000 Euro spendeten.

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