Brüssel - Belgische Polizisten sollen beschlagnahmte Waffen verkauft haben

Belgische Polizisten sollen beschlagnahmte Waffen verkauft haben

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Brüssel. Belgische Polizisten sollen einen schwunghaften Handel mit beschlagnahmten Waffen getrieben haben.

Statt die Gewehre und Pistolen vorschriftsgemäß zu vernichten, hätten zuständige Beamte die Schusswaffen unter der Hand an Sammler und Händler verkauft, berichtete die flämische Zeitung „Het Laatste Nieuws” aus Brüssel am Mittwoch. Auch „zweifelhafte Figuren aus dem illegalen Milieu” seien auf diese Weise an Waffen gekommen.

Hintergrund ist dem Zeitungsbericht zufolge die rassistisch motivierte Bluttat eines jungen Mannes im Mai 2006 in Antwerpen. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses verabschiedete das belgische Parlament einen Monat später ein Gesetz, das Kauf und Besitz von Waffen strengen Regeln unterwarf. Tausende Bürger lieferten daraufhin ihre Waffen bei Polizeidienststellen ab.

Die Zeitung berichtete von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im ganzen Land. Jagdgewehre mit aufwendigen Gravuren der Lütticher Waffenfabrik FN hätten 12.500 Euro eingebracht, Jagd-Karabiner des Herstellers Holland & Holland sogar 25.000 Euro. Ein Sprecher der Polizeiaufsicht bestätigte im flämischen Rundfunksender VRT, es liefen Untersuchungen in bis zu 17 Polizeibezirken.

„Die betrügerischen Kommissare dachten sich alle möglichen Taktiken aus, um die Waffen in die Hand zu bekommen”, zitierte die Zeitung einen Kenner der Materie. Manche hätten die Waffen selbst zu einem Spottpreis von den Besitzern gekauft, andere hätten Zwischenhändler eingeschaltet oder abgegebene Gewehre nicht ordnungsgemäß registriert. „Manche Kommissare verdienten zehntausende Euro in wenigen Monaten”, sagte der Zeuge.
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