Belgische Eifel: Polizeidienststellen geschlossen

Von: Carsten Rose
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In der belgischen Eifel sind diese Woche einige Polizeidienststellen wegen „akuter Bedrohungslage“ der Büros für die Bürger geschlossen. Auf deutscher Seite – wie hier in Simmerath – gibt es keine Anordnungen dieser Art. Foto: Carsten Rose

Nordeifel/Ostbelgien. Zwei verschiedene Länder, zwei verschiedene Vorgehensweise: Aufgrund einer Erhöhung der Terrorwarnstufe sind diese Woche im belgischen Teil der Eifel vier Polizeidienststellen vorerst geschlossen. Eine ähnliche Vorkehrung für die Nordeifel auf deutscher Seite – nur wenige Kilometer von den Geschehnissen entfernt – wurde nicht getroffen.

Das teilte die Aachener Polizei auf Anfrage mit.

Es handelt sich in Belgien um Gebäude, die nicht durch Panzerglas gesichert sind und bei denen eine entsprechende Absicherung im Falle eines Anschlags nicht gewährleistet sei. Dies äußerte der stellvertretende Zonenleiter, René Trost, auf der Internetseite des Belgischen Rundfunks (BRF). Daher bliebe der Empfangsbereich für Bürger vorläufig geschlossen, die tägliche Polizeiarbeit ginge jedoch wie üblich weiter.

Anlass dieser Sicherheitsmaßnahme in Belgien war die Anhebung auf die Terrorwarnstufe drei (von vier) am vergangenen Freitag. Diese besagt eine „akute Bedrohungslage“, da Terrorismusexperten im Nachbarland von erhöhter Anschlagsgefahr auf Polizeibüros ausgehen. Einrichtungen in der Eifel sind jedoch nicht bedrohter als anderswo in Belgien, lediglich „gebäudetechnische Gründe“ führten zu den Schließungen.

Bis Sonntag

Diesbezüglich gab es eine entsprechende Mitteilung an die Bevölkerung von der Polizeizone, wie die belgische Tageszeitung Grenzecho mitteilte. In den Nordgemeinden sind lediglich die Revierbüros geschlossen. Die Kommissariate der Zone Weser-Göhl bleiben geöffnet.

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte René Trost, dass die Vorkehrung für die Büros in Amel, Büllingen, Burg Reuland sowie das Revierbüro im Rathaus St. Vith bis Sonntag gelte. „Danach gibt es neue Informationen und Anweisungen aus Brüssel“, äußerte er weiter. Trost erläuterte zudem, was sich hinter der Terrorwarnstufe drei verbirgt: „Im Einsatzfall kann die Armee gerufen werden.“

Auf deutscher Seite teilte Sandra Schmitz von der Pressestelle der Polizei Aachen mit, dass man die Vorgänge unweit der Grenze nicht auf die Städteregion übertragen kann. Eine konkrete Einstufung bezüglich Terrorwarnungen, wie es das belgische Koordinationsorgan für die Analyse von Terrorbedrohung (OCAM) vornimmt, gebe es nicht. „Wir sprechen von einer abstrakten Gefährdung, nicht von einer konkreten“, ordnete Schmitz ein, „aber das auch nicht erst seit den Vorfällen von Paris oder Verviers.“

Daher gebe es auch keine Einschränkungen in der Nordeifel. Eine Regelung wie in belgischen Revierbüros, dass sich Polizeibeamte nicht mehr alleine in einem Büro aufhalten dürften, bestünde nach ihren Aussagen auch nicht. Details über weitere Schutzvorkehrungen gebe die Polizei nicht preis.

Polizeisprecher Paul Kemen hatte bereits vergangene Woche erläutert, es lägen „derzeit keinerlei Hinweise auf Aktionen islamistischer Extremisten in der Region“ vor. Man sei dennoch „nochmals verstärkt sensibilisiert“ worden, unterstrich Sandra Schmitz; auch stünde man stets in engem Kontakt mit den belgischen Behörden.

Sicherung durch Armee

Unterdessen teilte der BRF mit, die belgische Armee solle ab Donnerstag die Polizei bei der Sicherung öffentlicher Gebäude unterstützen. Unter anderem betrifft dies den Justizpalast und das Atomkraftwerk in Tihange. 300 Soldaten sollen zur verstärkten Sicherheit in Lüttich und Verviers beitragen.

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