Eynatten - Belgische Atomaufsichtsbehörde: „Meiler sind sicher“

Belgische Atomaufsichtsbehörde: „Meiler sind sicher“

Von: Madeleine Gullert
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150 Christdemokraten aus der Euregio waren gekommen: Sie hörten, was die Experten zu Tihange zu sagen hatten. Foto: Harald Krömer
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Großen Andrang gab es beim Tihange-Kongress der Christdemokraten aus der Euregio in Eynatten. Foto: Harald Krömer
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Großen Andrang gab es beim Tihange-Kongress der Christdemokraten aus der Euregio in Eynatten. Foto: Harald Krömer

Eynatten. Die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC hält die umstrittenen Meiler Tihange 2 und Doel 3 für sicher. Das sagte Jan Bens, der Leiter der FANC, am Donnerstagabend bei einem Atom-Kongress mit dem Titel „Tihange: Time to react“.

Die Christdemokraten aus der Euregio hatten nach Eynatten eingeladen, und rund 150 Menschen wollten hören, was die Experten zu den belgischen AKW zu sagen hatten. Betreiber Electrabel, die FANC, Wissenschaftler, aber auch Jürgen Wolff, Leiter der Aachener Feuerwehr: Es waren die bekannten Positionen der üblichen Ansprechpartner, die aber erstmals gemeinsam auf einer Bühne saßen.

FANC-Leiter Bens, der meist wenig Applaus von den Zuhörern bekam, wies darauf hin, dass der Meiler Tihange 2 bei Lüttich, der nur rund 60 Kilometer von Aachen entfernt liegt, und Doel 3 bei Antwerpen, der nur rund 150 Kilometer von Aachen entfernt liegt, 2012 vom Netz genommen worden seien. „Hätten wir noch immer Bedenken, wären sie weiterhin nicht am Netz“, sagte er. Und auch Electrabel-Vertreter Arnaud Meert betonte immer wieder, dass die Risse oder Wasserstoffflocken in den Reaktordruckbehältern nicht größer geworden seien. Electrabel investiere viel in die Sicherheit. „Es wäre nicht nur fahrlässig, sondern auch ökonomisch nicht sinnvoll, an der Sicherheit zu sparen“, sagte Meert, der durchaus Verständnis für die Ängste hat. „Ich als Familienvater mache mir Sorgen“, sagte ein Teilnehmer des Kongresses, der beispielhaft für viele Menschen in der Euregio steht.

Ängste nehmen konnte auch die Materialwissenschaftlerin Ilse Tweer nicht, sie zweifelt selbst an der Tauglichkeit der Materialproben. Der RWTH-Experte für Reaktorsicherheit, Professor Hans-Josef Allelein, forderte Electrabel auf, die nächsten Ultraschalluntersuchungen von der Größe der Risse nicht wie geplant in drei Jahren zu machen, sondern zeitnah. Dafür gab es viel Applaus im Publikum und ein „Jawoll!“ Ein Restrisiko sei nie auszuschließen, sagte Allelein noch. Häufig fachsimpelten Tweer und Allelein, und vermutlich konnte den Ausführungen über Materialien und Proben und Berechnungen nicht jeder folgen.

Die Komplexität des Themas sei ein Problem, sagte dann auch Bens. Oder wie es ein Zuhörer ausdrückte: „Irgendwie bin ich genauso schlau wie vorher.“ Und so gingen die ersten Teilnehmer, noch bevor die Aachener Europaabgeordnete Sabine Verheyen (CDU) die Christdemokraten über eine Resolution, wonach Tihange 2 und Doel 3 wieder abgeschaltet werden sollen und es verbindliche Sicherheitsstandards für AKW in Europa geben soll, abstimmen ließ. Die Mehrheit war dafür.

Unterdessen übte Verheyen zusammen mit anderen CDU-Abgeordneten Kritik, weil eine Anfrage, Tihange 2 zu besichtigen, von der FANC abgelehnt worden sei.

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