Eupen - Belgiens Premier in Eupen: Starke Symbolik

Belgiens Premier in Eupen: Starke Symbolik

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
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di rupo in eupen bei lambertz Foto: kals

Eupen. Geduld. Eine gehörige Portion Geduld muss Karl-Heinz Lambertz Dienstagnachmittag bei der Ankunft in seinem Regierungssitz aufbringen. Dreht sich in dem repräsentativen Gebäude ansonsten ziemlich viel um den Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG), richten sich zu diesem Zeitpunkt sämtliche Mikrofone und Objektive auf Elio Di Rupo.

 Nach Jahren hatte sich noch einmal ein belgischer Regierungschef zum Antrittsbesuch in Eupen angekündigt.

Das ist nicht alltäglich. Ein mediales und politisches Ereignis ersten Ranges. Zweifellos. „Natürlich kennen wir uns und sehen uns in verschiedenen Konstellation einmal im Monat in Brüssel. Doch es hat für uns eine große Bedeutung, wenn der Premierminister uns besucht. Darüber sind wir sehr froh, das hat eine starke Symbolik“, wird Lambertz später nach dem Ende der Pressekonferenz sagen.

Doch zunächst muss er sich in Geduld üben. Zwei, fünf, zehn Minuten lang beantwortet der Premier Fragen zu seinem Sparhaushalt, zur angehenden Staatsreform, zur Finanzkrise, während Lambertz im Schatten des ab und an aufflackernden Blitzlichtgewitters steht. Arg zugeknöpft und schmallippig wirkt der eloquente deutschsprachige Ministerpräsident, wie er da im Entree steht, während der wallonische Premier auf französisch parliert. Dabei hofft Lambertz, dass sich das Warten abseits der üblichen Nettigkeiten auch gelohnt hat.

Natürlich hat Di Rupo die Lacher auf seiner Seite, wenn er bekennt, dass er nicht jeden Morgen aufwache und sofort an die DG denke. Und natürlich sagt der Premier im Anschluss, dass er die „Qualität der Arbeit schätzt“, die die DG leiste, dass er ein Riesenpotenzial in dem Landstrich im Osten sehe. Der Besuch in Eupen und Eynatten habe ihm dies nochmals klar gemacht.

Doch was zählt, das sagt Lambertz später zwischen den Zeilen, ist, dass die DG bei der angehenden Staatsreform, die noch vor der Sommerpause im Brüsseler Parlament verabschiedet werden könnte, nicht leer ausgeht. „Da haben wir unsere klaren Positionen, die wir dem Premierminister mitgeteilt haben“, sagt er. Es geht um neue Kompetenzen für die DG und letztlich um viel Geld.

Und nicht zuletzt geht es Lambertz um seine kühne Vision: ein Belgien zu viert, mit der DG als vollwertigem Partner neben der Wallonie, Flandern und Brüssel. Besonders dafür braucht Lambertz aber noch viel Geduld.

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