Brüssel - Belgien plant neue Lkw-Maut

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Belgien plant neue Lkw-Maut

Von: Detlef Drewes
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Kostet für Lastwagen demnächst Eintritt: Nachbarland Belgien. Symbolfoto: dpa

Brüssel. An den belgischen Autobahnen tut sich etwas: Schon seit Wochen werden entlang der großen Routen von der deutschen Grenze bis zur Nordsee Brücken mit Kameras und Lesegeräten installiert. Denn am 1. April 2016 schert Belgien aus der gemeinsamen Front der Länder aus, die von Lkw ab zwölf Tonnen nur mit einer Eurovignette befahren werden konnten.

Wie in Deutschland führen die Regionen ein Satelliten gestütztes Mautsystem ein und erhöhen bei dieser Gelegenheit die Abgabe gleich ordentlich: Sehr zum Ärger vieler kleiner Betriebe und Mittelständler müssen nämlich auch schon Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen für die Benutzung von Autobahnen und Nationalstraßen blechen.

So fallen für Klein-Lkw ab 3,5 Tonnen mit Motoren der Euro-0-Norm bereits 14,6 Cent an. Umweltfreundliche Euro-6-Antriebe dürfen für 7,4 Cent fahren. In Brüssel wird sogar eine Abgabe auf das komplette innerstädtische Straßennetz erhoben. So kostet der Kilometer in der Hauptstadt 18,8 bzw. 9,9 Cent.

Außerdem sind die Spediteure und Logistik-Unternehmen gezwungen, ihre Fahrzeuge mit einer neuen On-Board-Unit (einen Lesegerät für die zuvor bezahlten Chipkarten) auszurüsten, die es gegen eine Kaution von 135 Euro gibt.

Damit nicht genug: In der frankophonen Wallonie haben die Behörden 300 zusätzliche Straßenkilometer in die neue Mautpflicht einbezogen, die auch noch überaus kompliziert gestaltet wurde. Während der flämisch sprechende Landesteil rund um Antwerpen sowie die Hauptstadtregion Brüssel die Lkw-Maut als Steuer erheben wollen, wodurch keine Mehrwertsteuer fällig wird, handelt es sich in der Wallonie um eine Straßenbenutzungsgebühr, die mit Umsatzsteuer belegt ist.

Auch auf die deutschen Lkw-Unternehmen dürften für die Fahrten etwa zum Nordsee-Hafen Ostende deutlich höhere Kosten zukommen.Offiziell heißt es zwar, Pkw sollten ausgenommen bleiben. Kritiker befürchten aber, dass man mit den Mautbrücken bereits jene Infrastruktur schaffen wolle, die eine spätere Abgabe auch für Pkw möglich machen werde. Die EU-Kommission hat die Pläne gebilligt, da die Maut ohne Unterschiede für einheimische und ausländische Fahrzeugen erhoben wird.

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